Südmeerkampagne 19./20. Episode – Der Fluch des Goldes

Das große Halbzeitfinale: Der Fluch des Goldes wird hier als Doppelfolge präsentiert.
Ort der Handlung: Charypso (immer noch)
30. Rondra – 3. Efferd

Nachdem sich die Gruppe bei der Bergung des Schatzes einen ernsten Fall von Verfluchung zugezogen hatte, stand die Doppelfolge ganz im Zeichen der Aufhebung dieses Fluchs. Essen und Getränke, die trotz massivstem Einsatz des Gewürzregals fad schmeckten, Finger, die sich mehr und mehr abgestorben anfühlten: Diese Symptome wollte niemand mehr erleiden.
In der letzten Folge hatten die Verfluchten erfahren, dass es das Blut der Nachkommen der drei Verflucher benötigen würde, wieder frei zu werden und leckere Charypsoschnitzel genießen zu können (die aktuell eher nach unleckeren Sägespäneschnitzel schmeckten).

Im blutrünstigen Papageien, dem Lokal für aufstrebende Freibeuter, hörte sich die Gruppe um. Der erste Punkt auf der Tagesordnung von Yuan war, seine Entourage noch weiter zu vergrößern. Neben Trek, dem mohischen Exsklaven und Lyrion, fka Daiquiri, dem Sohn des ehemaligen Schatzmeisters von Brabak, stellte er nun auch noch Diego ein, seines Zeichens Koch. Während jedermann versuchte, unauffällig zu sein und sich mit großen Ohren umhörte, wurde bald bekannt, dass sich in Charypso ein sogenanntes „Chapter“ des Bundes der schwarzen Schlange befand. Mit diesen freundlichen Zeitgenossen hatten Tjalf und Nostromo bereits Bekanntschaft geschlossen, als sie dem Oberkapitän Dogol Trollolol den Hermaphroditen gestohlen hatte. Erzürnt darüber, dass er mit dem Begriff „Hermaphrodit“ nichts anfangen konnte, hatte Käptn Trollolol ein Kopfgeld auf Tjalf ausgesetzt. Sehr zur Zufriedenheit des Thorwalers betrug dieses 300 Dukaten. Ein klein wenig verschnupft war er schon, dass es kein vierstelliger Betrag war, aber immerhin! Es würde jedoch nötig sein, sich bedeckt zu halten und so wurde die Gruppe angewiesen, ihn nur noch unter seinem Decknamen „Ulf“ anzusprechen. Weiteres Umhören förderte zutage, dass die Besitzerin der Schenke, Maraliessa, eine Nachfahrin eines der Verflucher war! Noch ein bisschen Herumgefrage ergab die Information, dass sich Maraliessa allerdings meistens im Langhaus der schwarzen Schlange aufhielt, wo sie als Geliebte von Oberkäptn Trollolol „arbeitete“. Prompt brachen Myrmidion, Yuan und Diego auf, um in das Langhaus zu gelangen, während Tjalf und Nostromo Unwohlsein vorschützten und bei dieser Aktion leider passen mussten. „Was ist denn los mit dir, wirst du etwa schlapp auf die alten Tage, Tjalf?“, spottete Myrmidion und konnte sich gerade noch unter einer markerschütternden Ohrfeige des Thorwalers ducken. „Ulf, du Eierkopf, ULF!“. Schnell machten sich die drei auf zum Langhaus und ließen den mürrischen Tjal… Ulf! zurück.

Leider war der Zutritt zu Hauptkäptn Trollolols Behausung nur möglich, wenn man anheuern wollte. Natürlich ließ sich Yuan von derlei Lappalien nicht abhalten und verkündete vollmundig, einen Kapitän zu suchen. Unverzüglich wurden sie in das Allerheiligste vorgelassen, einem großen Raum voll mit besoffenen, halbbesoffenen und im Begriff besoffen zu werdenden Piraten. In der Mitte des Raums, auf einem Thron aus den ausgeschlagenen Zähnen seiner Feinde sass finster Oberhoncho Trollolol und brütete düster über dem infernalischen Schauspiel. An seiner Seite, auf einem hübschen Höckerchen, das aus den Fingernägeln der Widersacher des Großkäptns geschreinert worden war, saß Maraliessa und reichte ihrem Geliebten Bier, schön angebrannte Fleischkeulen und, für die Vitamine, gekühlte und mundgerecht geschnittene Apfelstückchen. In diese Atmosphäre spontaner Gewalttätigkeit hatte Yuan sich und Myrmidion rasch in die unangenehme Lage gebracht, größere Mengen Schnaps zu konsumieren und sich auf einem der Seelenverkäufer einzuschreiben. Nachdem Myrmidion den Alkohol nicht bei sich halten konnte, hatte er sich bald verkrochen und aus der Schusslinie gebracht. Yuan hingegen lag nach kurzer Zeit mit entblößtem Oberkörper auf einer Bank und bekam ein schönes Schlangenarschgeweih in den Farben „blau“ und „eiter“ verpasst, da er sich bei Hussein Bey, dem Unterpiratenkapitän der schwarzen Schlange, eingeschrieben hatte. Während dieses denkwüridgen, ehrenvollen Spektakels, bei dem alle Anwesenden ihre Glückwünsche und Ehrbezeugungen für das neue Mitglied erbrachten (bzw. ihn stur ignorierten und weitersoffen, was die Zapfhähne hergaben), hatte sich Myrmidion an Maraliessa rangewanzt. Er schilderte ihr das Problem und sie erklärte sich bereit, zu helfen, für ein wenig Geld. „Natürlich, du sollst 30 Prozent von dem Schatz bekommen. Also 50 Dukaten!“ – „Und ihr seid zu…. dritt? Viert?“ – „Ja, vielleicht… nee.“ Gewand, wie ein lahmes Faultier manövrierte er sich immer tiefer ins Dunkle, so dass am Ende die pure Anwesenheit der Wirtin 200 Dukaten kosten sollte. Als erste Anzahlung lieferte Yuan 90 Dukaten, mehr war, nach den zahlreichen Einkäufen, einfach nicht mehr drin.

In der Zwischenzeit hatten Tjalf und Nostromo spitzbekommen, dass Maraliessa eine Tochter namens Latifa hatte, die gerade und auch sonst immer in der Küche kochte. Mit einer der goldenen Ketten des Thorwalers war schnell das Ohr von Latifa erkauft und auch sie erklärte sich bereit, bei dem Ritual zu helfen, sobald klar war, woraus genau das Ritual bestehen würde. Zufrieden stöberte die später wiedervereinigte Gruppe auch noch den Namen des zweiten Nachkommens auf. Es handelte sich dabei um den alten Asepha, Oberhaupt der Fischer des Orts. Dieser alte, ehrwürdige Mann hatte den lieben langen Tag nichts besseres zu tun, als am Hafen zu sitzen, Karten zu spielen und sich von Yuan auf den Geist gehen zu lassen. Seine wachen Augen blitzten, als ihm Yuan eine Lügengeschichte sondergleichen auftischte. Der Wind fuhr durch sein graues, doch immer noch vitales Haar und Lachfältchen erschienen auf seinem edlen Antlitz, als er Yuan auslachte und ihn aufforderte, die wahre Geschichte zu erzählen. Bockig weigerte sich dieser, und der energische Mund des Fischers verzog sich zu einem mitleidigen Lächeln. Seine perlweissen Zähne blitzten auf, als er seine Mitarbeit unter diesen Umständen ablehnte. Unverrichteter Dinge musste der Moha abziehen und schlug Myrmidion ab, auf dass dieser den weisen Anführer der Fischer als nächstes bearbeitete. Seinem naiven Charme war der ehrwürdige Abu Asepha nicht gewachsen und so erklärte auch er sich prinzipiell bereit, bei der Fluchbrechung zu helfen, sobald klar war, woraus genau das Ritual bestehen würde (s.o.). In der Zwischenzeit hatte Tjalf jedoch eine seiner Ahnungen und fühlte sich verfolgt. Unschuldig flötend spazierte er die Straße entlang, bog in eine finstere Gasse ein und schlug nach den nächsten beiden Passanten, die ihm hinterherkamen. Tritte und Hiebe wurden ausgetauscht, doch das ganze wollte nicht so zur Zufriedenheit des jähzornigen Söldners laufen, so dass er alsbald erst seine Axt und danach den beiden Verfolgern den Scheitel zog. Es dauerte nicht lang, da weinten die beiden angesichts von tiefen Armwunden und liefen weg, verfolgt von den Arschtritten des tobenden Tjalfs. Nachdem er sie die Gasse hinabgejagt hatte, kam er wutschnaubend und von zahlreichen blauen Flecken verziert zurück. „Tjalf, was ist denn mit dir passiert?“ Wieder musste sich Myrmidion unter der Faust wegducken. „ULF, du Armleuchter, das heißt ULF! Und nichts ist passiert, ich musste nur zwei Leisetretern beibringen, dass man Ulf nicht hinterherschleicht“. Angesichts seines reizbaren Naturells wollte niemand die Frage vertiefen und man machte sich auf, den dritten Namen zu finden.

Viel Herumgelaufe, -gefrage und der Tausch der Schatzkarte gegen Informationen später war klar, dass der letzte Nachfolger ein Heiler aus Sylla war. Und welch ein unglaublicher Zufall, genau dieser Heiler war es, den Yuan kurz vorher aufgesucht hatte, um seinen eiternden Rücken (der mittlerweile blubbernde Laute von sich gab) zu versorgen. Der gute Abrara Cadebra erklärte sich bereit, bei dem Ritual zu helfen……. s.o. Bei der Laufarbeit hatten sich in der ganzen Stadt hübsche Portraits von Tjalf finden lassen. Irgendjemand hatte sich viel Mühe gemacht, um ihm eine Freude zu machen und sein edles Antlitz (inklusive des fehlenden Auges, der nur noch unvollständig vorhandenen Zähnen und dem aus Ermangelung eines besseren Begriffs, „Bart“ genannten Auswuchs im Gesicht). Leider stand auf diesen kleinen Zettelchen auch der unangenehme Ausdruck „Belohnung“ sowie „Tot oder lebendig“ und so entschloss sich Tjalf, in den Untergrund zu gehen und zu warten, bis etwas Gras über die Sache gewachsen war.
(Dies ist der offizielle Grund, inoffiziell hatte Tjalf jedoch eine Rolle in einem anderen Stück und konnte daher in der weiteren Folge nicht anwesend sein. Der Manager der Südmeersendung hat da irgendwas im Vertrag übersehen… Unsere Rechtsabteilungen arbeiten jedoch daran!)

Frohgemut wurde daher der Efferdgeweihte Garcia Bartobello nach der genauen Natur des Rituals zur Aufhebung der Verfluchung befragt. Im Efferdtempel würde er sich mit seinen Akolythen versammeln, zusammen mit den Verfluchten und den Nachfahren. Etwas Blut würde vergossen werden müssen, allerdings in der Größenordnung „Fingerhut bis maximal ein Tässchen“. Das hörte sich wenig schlimm an, daher wurde ein Abendtermin zur 7. Stunde mit Bartobello ausgemacht und die jeweiligen Nachfahren aufgesucht. Schlauerweise wollte man sich an Latifa halten, die keine 200 Dukaten verlangte und sie sagte gerne zu. Mit raschem Schritt ging es zum Arzt Cadebra und auch er konnte in seinem Terminplan einen Slot freimachen. Frohgemut hüpfte die Gruppe zum Hafen und schilderte Abu Asepha die Situation, weandte sich schon Richtung des Efferdtempels, da ertönte ein moseriges „Nein“ hinter ihnen. Unverständliche Blicke wurden ausgetauscht, Gesichter wurden lang und länger, während sie auf den trotzigen Greis blickten. Als ihre Kinne mit einem hörbaren Plocken auf dem Hafenkai aufschlugen, sprach der zahnlose Mümmler weiter, ein gehässiges Grinsen auf seinem Backpfeifengesicht. „In den Efferdtempel geh ich nicht, die Leute dort mag ich nicht!“. Speichel rann aus der Höhle seines stinkenden Munds, als er trotzig mit seinem krummen Bein aufstampfte. „Aber, guter Mann! Ihr habt es in der Hand, uns von einem grausigen Fluch zu befreien. Ein götterfürchtiger Mann wie ihr kann doch nicht die Animositäten gegenüber der Efferdgeweihtenschaft über das leibliche Wohl unschuldiger Menschen setzen!“ Seine schielenden Augen blitzten tükisch auf und er versuchte, die Gruppe zu fokussieren. „Pah, ihr müsst mir schon einen Gefallen erweisen, damit ich euch helfe. Versenkt die „Efferds Zorn“ und wir werden weitersehen.“ Mit atemlosen Keuchen berichtete der gichtige Alte, dass dieses Schiff dem Geweihten Raul Moreno gehörte, der es sich als Aufgabe gesetzt hatte, die Überfischung der Fischbestände in der Bucht von Charypso zu unterbinden. Wenn die gierigen Fischer mit ihrer Fangflotte auszogen, um auch der letzten Morelle, den wenigen verbliebenen Borschen und Bangasiussen mit ihren meilenlangen Schleppnetzen den Garaus zu machen, dann warf sich dieser tapfere Geweihte mit seinem kleinen Bötchen zwischen das bedrohte Tier und die riesenhaften Fangfische. Klar, dass ein derartiges Verhalten dem tyrannischen Fischeroberhaupt ein Dorn im milchigen Auge war. Zähneknirschend wurde auf dieses Geschäft eingegangen. So sehr man die Arbeit von Moreno schätzte, so sehr war man doch auch an seiner eigenen körperlichen Unversehrtheit interessiert.
Auf dem Markt wurden Zimmermannswerkzeuge gekauft und am Abend versteckte sich Myrmidion in einer Bananenkiste am Pier, um die „Efferds Zorn“ im Auge zu behalten, während Yuan sich mit Bohrer und Säge bewaffnet ins vollgeschissene Hafenbecken gleiten ließ. Niemand stellte Fragen, niemand wunderte sich, aber der selbsternannte Kapitän blieb eine Stunde lang unter Wasser, perforierte den Rumpf der Schaluppe und sägte, nachdem er sie zum Sinken gebracht hatte, den Mast ab. Nachdem dieser auch noch seinen Weg ins Meer gefunden hatte, stellte er die an Bord befindliche Efferdstatue an den Kai und kam dann, stinkend wie ein Schweinepferch wieder an die Oberfläche.

Am nächsten Tag war die Aufregung über das „gestohlene“ Schiff groß, glücklicherweise hatte niemand die Lust verspürt, in den braunen Tiefen nach dem Schiff zu suchen. Die ganze Stadt ging davon aus, dass jemand das Schiff entwendet hatte. Darauf deutete auch der zurückgelassene Efferd hin, den die Diebe wohl nicht an Bord haben wollten bei ihrer verbrecherischen Reise. Nun waren also endlich alle Nachfahren bereit und das Ritual konnte durchgeführt werden. Gesänge wurden gesungen, Liturgien liturgiert, Blut vergossen und nach etwa einer Stunde fühlten die Verfluchten, wie die Finger wieder Gefühl bekamen. Ein kräftiger Schluck aus einer Flasche zeigte, dass auch der Geschmackssinn wieder funktionierte und überglücklich warfen sich Myrmidion und Nostromo auf die Knie, um dem großen Efferd zu huldigen.

Yuan hatte hingegen in der Atmosphäre des Tempels Kopfschmerzen bekommen (vielleicht waren es auch nur Nachwirkungen seines nächtlichen Schlammbads?) und die heilige Stätte fluchtartig verlassen. Er feierte danach eine private Messe mit dem grindigen Abu Asepha, der mit seinen ebenfalls verwachsenen Jüngern einem seltsamen Kult des dreieinigen Efferds huldigten. Großmütig übersah Yuan, als Atav..Avatava…Avav…Auserwählter der sumpfigen Schwester, dass ihre wirre Theologie eigentlich genau seinem Glauben entsprach und badete in dem großen Algenteppich, den die Sektierer als Zeichen des dreieinigen Efferds ansahen. Mit Schmiss und Schwung schwang sich Yuan in das Wasser und wurde alsbald von den Algen angesaugt. „Schaut, wie sie mich in Ruhe lassen!“ Schmatzend zogen die scharfkantigen Blätter Blut aus seinem Körper. „Ich bin der Auserwählte, mir tun sie nichts!“ Das Wasser färbte sich langsam rot, die Haut Yuans wurde blasser und blasser. „Sie versteht und achtet mich, so wie auch ich sie verstehe und achte!“ Mit vorletzter Kraft taumelte der Auserwählte aus dem Algenpool und schubste dafür Trek in die schaumigen Gewässer. „Nun empfange auch du die Segnungen der Schwester, sie wird dir nichts tun, so wie sie auch mich verschont hat“.
Es gab einen Ruck, als sich die Algen um den Knöchel des ehemaligen Sklaven banden und versuchten, ihn in die Tiefe zu ziehen. Hektisch zerrte Yuan am anderen Ende des Waldmenschen herum. „Siehst du, sie ist ganz harmlos und liebkost dich nur!“ Ein verängstigtes Keuchen war die einzige Erwiderung, da gelang es Yuan endlich, Trek wieder in Sicherheit zu ziehen. „Wenn sie dich doch verletzt hat, so liegt es ganz allein an deinem fehlenden Glauben, hörst du? Du bist schuld, wenn du geblutet hast und musst stärker beten und glauben, verstanden?“. Der verängstigte Junge nickte verständig und sah zu, dass er schnell vom Becken weg und aus der Schubsreichweite seines Herren herauskam.

Nach diesem wunderbaren religiösen Erlebnis traf Yuan mit seiner kleinen Gruppe danach wieder in der Trendherberge zum blutigen Papageien ein. Dort stellte die Gruppe fest, dass ULF nicht da war, ja, auch bei der Entfluchung nicht dabei gewesen war. Eine ungute Ahnung überkam die Gefährten, als sie ein Gespräch zwischen Latifa und Mariliessa belauschten. Anscheinend war der Thorwaler entdeckt und im Langhaus angebunden worden! Irgendjemand in der Stadt hatte mitbekommen, dass Ulf mit Tjalf angesprochen worden war und das charakteristische Aussehen des Thorwalers hatte bald dazu geführt, dass sich Kopfgeldjäger auf seine Spur gesetzt hatten. Schnell eilte die Gruppe zu dem Platz, an dem Tjalf gefangengenommen worden war und fand in der Ruine am Rand der Stadt nur ein zertrampeltes Lager, einige Blutspuren und, welch Freude, die alte Erbaxt Tjals hinter einem Gebüsch. Nun war schnellste Aktion angesagt! Nostromo und Myrmidion würden einen Weg aus der Stadt organisieren, während Yuan unter Einsatz seines Lebens Tjalf aus dem Langhaus retten würde. Das einzige auslaufende Schiff war ein Sklavenschiff von Batusta Eisenhand, so dass die Wahl nicht schwer fiel. Tjalf würde man als gefährlichen Kampfsklaven für die Arena in einer Kiste unterbringen, ansonsten würde die Fahrt lediglich 1 Silber pro Nase kosten. Mit dem letzten Geld wurden noch Vorräte für alle gekauft und man wartete angespannt auf die Rückkehr von Yuan und Tjalf, einen Hammer mit Nägeln und die Kiste startbereit.

Im Langhaus schmiss Yuan Runde um Runde für die Anwesenden, schleimte sich beim Schlüsselmeister, einer Art „Fieser Fettsack“ ein und schaffte es schließlich mit mehreren Litern Bier mit Schnaps die 5 Zentner des Schliessers in einen alkoholinduzierten Schlaf zu schicken. „Nun, dann schließe ich nachher hier alles ab, in Ordnung?“, brüllte Yuan den Schliesser an, während er ihm die Schlüssel abnahm. Aus dem „Bwargh“ des Betrunkenen nahm er seine Legitimation, das Amt zu übernehmen und hängte sich den riesigen Schlüsselbund an den Gürtel. Während er weiterhin mit den anderen Piraten trank, ließ er seine flinken Augen über den zerschundenen Thorwaler gleiten, der an der Wand des Langhauses angekettet war. Dicke Eisenschellen waren um seine Arme gebunden und gelegentlich kam einer der Piraten heran, um ihm Bier über den Kopf zu gießen oder ihm einen Tritt zu versetzen. Nach einigen Stunden waren lediglich der Wirt und ein weiterer Pirat noch nüchtern, doch trotz aller Überredungskünste von Yuan wollten diese beiden nicht gehen. In einem unbeobachteten Moment löste er die Ketten des Gefangenen, wies ihn aber an, noch zu warten. Qualvoll verrannen die Minuten, der Zigarrenrauch stand bis auf Augenhöhe im Raum, doch Pirat Ahörnchen und Bhörnchen wollten einfach nicht gehen. Schließlich gelang es Yuan, den Wirt (Bhörnchen) dazu zu bringen, ein neues Fass Tripel-X aus dem Keller zu holen. Nun war Tjalfs Zeit gekommen! Rasch entledigte er sich der Fesseln und trat dann dem nächsten bewußtlosen Piraten ins Gesicht. „Achtung, der Gefangen hat sich befreit!“. Ungläubig schaute Tjalf zu dem Schreienden… Es war Yuan, der die Flucht meldete! „Da drüben, er entkommt!“ Der Thorwaler humpelte, so schnell er konnte aus dem Langhaus, verfolgt von Ahörnchen. Yuan schlenderte gemütlich durch die langsam erwachenden Piraten und legte den Schlüsselbund zurück in die Hand des Schliessmeisters, bevor er sich an die Verfolgung machte. Vor dem Langhaus prügelte sich Tjalf gerade mit Ahörnchen, während eine weitere Piratenwache gerade ihren Säbel zog, um sich ebenfalls auf den unterlegenen Thorwaler zu stürzen. Yuan nutzte die Gunst der Stunde und rief die dunkle Schwester an, ihm schnelle Reflexe zu verleihen. Wie ein Gepard auf Speed raste er dann an den ersten Gegner heran und hatte bereits zwei Treffer gelandet, bevor der langsame Tropf überhaupt seinen Säbel in Richtung des Angreifers gerichtet hatte. Zwei weitere Hiebe, und der Pirat ging jammernd zu Boden. Es dauerte nur wenige Sekunden, da fiel auch Ahörnchen um, kurz darauf waren beide tot, als Yuan ihnen seinen Säbel durch die Kehle trieb.

Taumelnd torkelte Tjalf in Richtung des Strands, während ihn der immer noch übermenschlich schnelle Yuan umkreiste. Mit Entsetzen sah der Rest der Crew, wie sich die Stadt belebte, Fackeln angezündet wurden und Alarmrufe die Nacht durchdrangen. Als Tjalf endlich auf sie zuwankte, dauerte es nur wenige Hammerschläge, da war er auch schon in der Kiste verpackt und dieselbige bewegte sich auf den Rücken der Gruppe mit Höchstgeschwindigkeit auf das Sklavenschiff zu. Kapitänin Eisenhand erkannte eine gute Gelegenheit, wenn sie eine sah und erhöhte den Preis auf 100 Dukaten. Da die Alternative darin bestand, so lange im Hafen rumzueiern, bis die aufgebrachten Schergen von Großadmiral Trollolol das Schiff erreicht hatten, willigte man ein, den geforderten Preis zu bezahlen, wenn man in Al Anfa ankam. Die Kapitänin schlug ein, das Schiff legte ab und es dauerte nicht lang, da war das ungastliche Charypso nur noch eine hässliche Erinnerung am Horizont.

Fazit:
-Entfluchungen sind teuer! Inklusive Bestechungsgeldern usw. sind wir wohl über 300 Dukaten losgeworden!
-Jähzornige Thorwaler, die gerne herumbrüllen und naive Zyklopäer, die sich gerne verplappern, sind keine gute Kombination!
-Kapitän Dogol Trollolol wird wohl nicht mehr unser Freund werden…

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