Südmeerkampagne 25. Kapitel – Krawall in Nasha

Ort der Handlung: Nasha
13. Travia – 24. Travia

Nachdem der Schutzprätor beim letzten Mal einen gehörigen Einlauf und den Auftrag bekommen hatte, sich um den verschwundenen Steuereintreiber zu kümmern, war es nun an der Zeit, den angeschlagenen Ruf aufzupolieren und zum Piratennest Nasha aufzubrechen. Mit der Kriegsprätorin wurde ausgemacht, sich in 6 Tagen einige Meilen vor Nasha zu treffen. Die kampfgestählte Moha würde 20 Mann der Stadtgarde mobilisieren und gemeinsam mit unserer Schlagkraft und den bis dahin von uns gesammelten Informationen über Zahl und Fähigkeit der Piraten würden wir dann das Dorf von den Piraten säubern, die Steuereinnahmen in den Schoß der Stadt zurückbringen und nebenbei, als optionales Tertiärziel untergeordneter Bedeutung, den Steuereintreiber nebst seiner Leute retten. Da Juan als Schutzprätor dringlichst in der Stadt gebraucht wurde, brachen lediglich seine Untergebenen, Tjalf, Myrmidion und Nostromo auf, begleitet von Diago. Ausgerüstet mit einem ordentlichen Picknickkorb (Hartgekochte Eier, Caprisonne, Egelschreckcreme) wanderte die Gruppe fröhlich pfeifend über Dschungelpfade, vorbei an malerisch heruntergekommenen Plantagen und erreichte nach 2,5 Tagen eine Ortschaft kurz vor den Toren Nashas. Die inzestgeschädigten Bewohner dieses namenlosen Kaffs konnten leider kaum wertvolle Informationen liefern, war man sich doch die letzten 5 Jahre zu fein gewesen, seinen Hintern hochzubekommen und Nasha mal zu besuchen. Einzig relevant war, dass Nasha anscheinend jeden Monat ein paar Schlagetots vorbeischickte und die umliegenden Plantagen ausplünderte. Dieses schamlose Verhalten empörte die Gruppe sehr, war diese ehrenwerte Aufgabe doch eigentlich den Steuereintreibern Chorhops vorbehalten! Nun noch entschlossener, dem Piratenunwesen Einhalt zu gebieten, wurde nicht mehr geruht und gerastet, bis das Freibeuternest erreicht wurde.

Leichte Zweifel an der Einfachheit der Situation kamen auf, als erkannt wurde, dass sich die Einwohnerzahl von vermuteten 300 vor 5 Jahren auf nun 600 verdoppelt hatte. Und leider war dieser Zuwachs nicht Tsas Segen der Fruchtbarkeit zuzuschreiben, sondern der Tatsache, dass übles Gesindel aus dem ganzen Südmeer sich hier niedergelassen hatte. Strategisch günstig gelegen in einer Bucht mit lediglich einem einzigen Landzugang, umgeben von einer beinahe 3 Schritt hohen Palisade aus angespitzten Baumstämmen präsentierte sich der Ort als wehrhaft und schwer einzunehmen. Darüberhinaus lagen gleich drei Piratenschiffe in der Süßwasserbucht vor Anker, zwei davon von dem gefürchteten Bund der schwarzen Schlange, der mit Tjalf noch einige Hühnchen bzw. Körperteile auszurupfen hatte. Tjalf ging sofort in den Inkognitomodus und verwandelte sich in den sanftmütigen horasischen Dichter Ulf, um sich vor den Häschern der Schlange zu verstecken. Einige Kopfnüsse später hatte auch Myrmidion verstanden, dass der Name Tjalf in der Stadt nicht gebraucht werden durfte und ging erst von einem „Tj..Ulf“ zu „Ulf“ über. Zur weiteren Vervollkommnung seiner Rolle erwarb Ulf noch ein Kopftuch, eine Hakenhand und ein Holzauge. Nachdem er seine Augenbinde mitsamt dem Dreck der letzten Jahre vom Kopf abgemeisselt und das neu erworbene Auge an seinen rechtmäßigen Platz geprügelt hatte, erinnerte kaum mehr etwas an den muskelgestählten, kampfstarken Thorwaler. Selbst seinen langjährigen Gefährten passierte es glatt, dass sie ihn nicht erkannten. Eine Entdeckung durch übereifrige Schnüffler vom Bund der Schwarzen Schlange war quasi unmöglich!

Mit der ihm eigenen Diskretion und Gewitztheit quetschte Myrmidion den Empfangschef des Dorfes, Ruygoso nach den Machtstrukturen der Stadt aus. Oberpirat und unangefochtenes Oberhaupt war Brenno der Berserker, ein Trumm von einem Mann, desse Hobbies Plündern, Goldansammeln, Saufen und lange Spaziergänge am Strand waren. Dieser freundliche Mann residierte in einer schönen Piratenburg im Nordwestteil der Stadt und hielt gerade Kriegsrat mit den Kapitänen der Piratenschiffe, darunter der gefürchtete Großmufti Manilo „Die schwarze Hand“ vom Bund der Schlange. Der Moha hatte in seinem bewegten Leben einmal zu oft mit Hylailer Feuer jongliert und sich so seine linke Hand bös verbrannt. Diese Lädierung hatte ihn jedoch nicht davon abgehalten, sich wie ein Riesenarmleuchter aufzuführen und sich einen Ruf als gnadenloser Kapitän zu verschaffen. Myrmidion setzte sich unauffällig an einen Tisch neben der Kapitänsrunde, war dann aber so fasziniert von dem Glücksspiel, dass dort stattfand, dass er von der Beratung nichts verstand, so dass die zweifelsohne düsteren Pläne der Piraten unbekannt blieben. Angesichts von etwa 40 anwesenden Seeräubern, von denen nicht wenige zum Bund gehörten, verzog sich die Gruppe rasch wieder. Weiteres Umhören förderte zutage, dass sich der Steuereintreiber samt seinen zwei Begleitgardisten in einem Käfig im Wasser befanden und dort durch Flut und Ebbe gefoltert wurden. Bei steigendem Wasser standen die Gefangenen bis zur Unterlippe im Wasser, während bei Ebbe die Sonne auf die ausgemergelten Gestalten niederbrannte. Natürlich stand die Rettung der armen Leute danach ganz oben auf der Liste, als jedoch bekannt wurde, dass nach dem Überfall auf den Steuereintreiber mehrere Kisten in die Piratenburg geschafft worden waren, verschoben sich die Prioritäten wieder. Mehrere Kisten, vermutlich mit Gold gefüllt? Die guten Leute würden noch ein wenig aushalten müssen in ihrem bequemen Luxuskäfig. Ausserdem konnte herausgefunden werden, dass der Schlangenbund zwei Katapulte in die Stadt geschafft hatte. Diese standen, von vier grimmigen, schwerbewaffneten Schlägern bewacht auf einer kleinen Anhöhe in der Stadt. Eines davon war auf die See, das andere auf den Landzugang gerichtet. Was genau die Piraten damit anstellen wollten, blieb jedoch unklar, angeblich wollte man damit die Moha abschrecken.

Myrmidion nahm noch Kontakt mit dem Efferdgeweihten auf, einem einäugigen ehemaligen Steuermann, der es durchaus gerne sehen würde, wenn die ehrlichen Fischer und Fischerinnen des Dorfs von den rabaukigen Piraten befreit werden würden. Schnell bastelte Myrmidion einen Plan zusammen, der einen koordinierten Angriff sämtlicher Mohastämme der Umgebung, ein gleichzeitiges Kommandounternehmen gegen die Schiffe und das Katapult sowie weitere größenwahnsinnige Unterabschnitte vorsah. Heftiges Herumdiskutieren und Überdenken der ganzen Geschichte ließ zumindest die übertriebensten Teile wegfallen, so dass am Ende ein lediglich extrem unrealistischer Plan stand. Mit Hilfe von Fischerbooten würden die Gardisten bei Nacht in die Stadt gebracht werden. Myrmidion würde dann die Taverne anzünden und dabei eine Feuerschlange vor das Gebäude in den Sand zeichnen, um den Verdacht auf den Bund zu lenken. Gleichzeitig würde der Rest der Gruppe die Wachen an den Katapulten ausschalten, diese auf die Piratenburg ausrichten und abfeuern. In dem anschliessenden Chaos würde man das Gold aus der hoffentlich in Trümmern liegenden Burg bergen, weiteren Unfrieden zwischen den freien Piraten und den Bundlern stiften und danach die Reste mit Waffengewalt aufwischen. Soweit der Plan… doch wie so häufig klafften zwischen Wunsch und Wirklichkeit Lücken, in denen man ganze Elefantenhorden hätte verstecken können. Die ersten Teile funktionierten erstaunlich gut. Ohne Probleme gelangten die Gardisten inklusive Kriegsprätorin und einem Geschützmeister in die Stadt. Auch das Anzünden der Kneipe sowie das Anlegen der Schlange gelang Myrmidion wunderbar, ebenso das Ausleuchten der Burg, um dem Richtmeister die Zielerfassung zu erleichtern. Während der quirlige Zyklopäer also durch die Stadt wirbelte, zog Ulf die Aufmerksamkeit der Katapultwächter auf sich, indem er als Betrunkener vor deren Stellung herumkasperte. Von diesen unbemerkt, schlichen sich Diago und Nostromo von hinten heran und als der Zeitpunkt günstig zu sein schien, legte Nostromo all seine Kraft in einen Axthieb gegen den überraschten Wächter. Mit einem platschenden Geräusch riss das Kriegsbeil den Rücken des Piraten auf, der sofort zu Boden ging und Blutfontänen über seine überraschten Kollegen verteilte. Der Hieb Diagos verwundete die zweite Wache schwer am Arm, bevor Ulf seine Tarnung fallen liess und zu Tjalf wurde. Lässig schickte er die dritte Wache, die noch stark damit beschäftigt war, fassungslos auf den getöteten Kameraden zu blicken, auf den Boden, wo sie vor sich hinweinend liegenblieb. Beflügelt von dem ersten Erfolg knüppelten Diago und Nostromo den nächsten Wächter nieder, während der vierte unter Tjalfs Hieben ebenfalls weinend umfiel. Noch nicht zufrieden mit seiner Performance, ließ Tjalf seine Orknase auf den zu Boden gegangenen Gegner niederfahren und trennte diesem damit das linke Bein ab. Während der letzte Wächter sich aufzurappeln versuchte, schwang Tjalf die Waffe mit einem lässigen Rückhandschlag in seine Richtung und wiederholte seine Leistung auch bei diesem Gegner. Dieses mal musste jedoch das rechte Bein dran glauben. Innerhalb von wenigen Augenblicken waren also die Katapulte unter unserer Kontrolle und während Tjalf und Nostromo die Leichen über die Palisade zu den wartenden Krokodilen wuchteten, um keine Spuren zurückzulassen, richteten die Soldaten die Geschütze auf die Piratenburg aus. Nervös blickte die Gruppe auf die Löschschlange, die sich in der Stadt gebildet hatte. Eimer um Eimer Wasser wurde auf die immer noch fröhlich lodernde Kneipe gekippt. Es wurde Zeit, den Aufruhr zu vergrößern! Noch während dieser Gedanke durch die Köpfe der Gefährten ging, schlug der Geschützmeister die Seile durch und mit einem leisen Rauschen sausten die Felsbrocken aus den Katapultarmen gen Stadt. Nur wenig später wackelte die Erde, als beide Geschosse punktgenau ihr Ziel trafen und zuerst der West- dann der Ostflügel in einer Explosion aus Holzsplittern zerstört wurde. Vollkommen überrascht von dem unverhofften Erfolg musste sich die Gruppe erst sammeln, doch nachdem Myrmidion wieder eingetroffen war, wurden die nächsten Schritte des Plans ausgeführt. Ab hier ging dann allerdings alles schief. Zwar konnten die Gefangenen noch befreit werden, aber es gelang Myrmidion nicht, einen Bürgerkrieg zwischen den freien Piraten und dem Bund der Schwarzen Schlange anzustacheln. Die Gruppe teilte sich auf in Nostromo mit zwei Soldaten, die nach dem Goldschatz in den Trümmern der Burg schauen sollten und den restlichen knapp 20 Mann, die kleinere Piratengruppen erschlagen würden, dabei immer einen Überlebenden entkommen lassend, der die Nachricht von Angriffen der Schwarzen Schlange weitertragen sollte. Das klappte leider überhaupt nicht, so dass sich die Piraten langsam zusammenrotteten, um der Gruppe entgegenzutreten, die sie da in ihrem eigenen Lager überfiel. Noch weniger erfolgreich war die Suche nach dem Gold. Während die beiden Soldaten zwar Schatztruhen entdeckten, war Nostromo nicht in der Lage, auch nur einen einzigen Kreuzer zu finden (Doppel-20 bei der Wahrnehmungsprobe… zum zweiten Mal mit diesem Charakter!) und schlussfolgerte daher, dass die Dukaten wohl als Bezahlung für die Katapulte auf das Schiff der Schwarzen Schlange gebracht worden waren.

Ab hier musste daher improvisiert werden und man gelangte ganz schnell vom Regen in die Traufe. Ein im Hafen liegendes Ruderboot wurde konfisziert und man ruderte rasch um das Piratenschiff herum, um es dann von der Seeseite zu entern. Es war davon auszugehen, dass die Wachmannschaft ganz damit beschäftig war, sich den Tumult in Nasha anzusehen, so dass man leise von der anderen Seite an Bord würde schleichen können, um sich danach der Piraten zu entledigen und mit dem gekaperten Schiff elegant nach Chorhop zurückzusegeln. Soweit die Idee, praktisch scheiterte der Spass jedoch bereits daran, dass Myrmidion beim Klettern abrutschte und ins Wasser fiel, während Diago und Tjalf beim Besteigen der Bordwann immer wieder laut krachend gegen diese stießen und schliesslich ins Ruderboot zurückpurzelten. Lediglich Nostromo und sieben der Soldaten gelang es, das Boot zu entern. Anstelle einer überraschten Mannschaft warteten dort jedoch 14 Piraten mit gezogenen Waffen auf die Neuankömlinge… Bevor es allerdings zum Austausch von Worten oder Schlägen kommen konnte, zoomte die Kamera heraus und der Abspann lief über das aus der Vogelperspektive aufgenommene Nasha.

Pro:
– 40 % des Plans haben wunderbar funktioniert!
– Tjalf lief wieder zur Höchstform auf und hat zwei weitere abgeschlagene Beine auf seiner Trophäenliste zu verzeichnen.

Contra:
– 60 % des Plans haben gar nicht funktioniert!
– Vor uns misstrauische Piraten, hinter uns das Meer… Was mag die bessere Alternative sein?

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