Berliner Elbphilharmonie 21

Schon etwas älter, aber wie bei Wein wird aus einem guten Text, nach einiger Zeit, ein richtig schlechter Essig.

Viel wurde und wird geschimpft über öffentliche Bauprojekte, sicherlich nicht immer zu Unrecht. Witze über S21, die Elbphilharmonie oder den Berliner Flughafen sind mittlerweile so tief im humoristischen Unterbewußtsein verankert, dass die bloße Erwähnung dieser Projekte den Zuhörer zur Heiterkeit animiert. Findige Comedians sind auf diesen Zug natürlich schon lange aufgesprungen und können so mit wenig Anstrengungen den Beifall ihres Klientels erheischen. Soweit so schofel, aber über diese wohlfeilen Witze werden die kleinen, ebenfalls beachtenswerten Bausünden komplett übersehen. Während „Berliner Flughafen… Höhöhö“ landauf, landab durch die Republik schallt, fristen diese kleineren, teils auch schon fertiggestellten Arbeiten ein Mauerblümchendasein. Verflucht werden sie sicherlich auch jeden Tag, aber keiner füllt wertvolle Minuten seines Kabarretprogramms mit diesen unbeachteten schlafenden Schönheiten. In einem flammenden Apell möchte ich daher den Blick und die Aufmerksamkeit des Lesers vom sicher wieder fröhlich vor sich hin trötenden Fernseher weg und auf den Kölner Bahnhofsvorplatz, Ausgang Breslauer Platz hin richten. Dieser ist schon seit geraumer Zeit fertiggestellt, über die Einhaltung des veranschlagten Budgets oder sein Nichteinhalten weiß ich weder Bescheid, noch gelüstet es mir gerade danach, mich darüber zu informieren. Nein, es ist die schiere stadtplanerische Unvernunft, die diesen eigentlich harmlosen Platz so interessant macht. Bestimmt waren es hehre Ziele, die die Stadtplaner beflügelten, den Platz so zu bauen, wie er dann auch gebaut wurde. Eine große Fläche für die nach Frankreich, Berlin oder gar Hamburg reisenden Passagiere, offener Raum für die Metropoliten, Platz für Pommesbuden. Und direkt daneben der ZOB, der Zentrale Omnibushof. Nicht nur das Praktische, nämlich Nahverkehr per Bus und Fernverkehr mit dem Zug in Gehreichweite, mag hier Pate gestanden haben, sondern gewiß auch der innigliche Wunsch, den Naseweissen, die bei der Titulierung eines Bushofs als Busbahnhof eilfertig ins Gesicht krähen, es führen an dem Busbahnhof ja gar keine Züge, ob man eventuell den Bushof meine? eine Gelegenheit weniger zu geben, ihr vorlautes Sprüchlein an das genervte Ohr zu bringen. In Köln ist der Busbahnhof in der Tat ein Busbahnhof und die Naseweisse müßen ihre Naseweisheiten herunterschlucken und für eine andere Gelegenheit aufbewahren. Im Gremium für die Bewilligung der Gestaltung des Platzes saßen gewiß keine Naseweisse und so wurde der Vorschlag vermutlich einstimmig angenommen. In einer grotesken Fehleinschätzung der Situation wurde neben der unter dem Bahnhof führenden Straße und gegenüber vom Bushof noch ein Parkplatzstreifen errichtet, der es Familienväter erlaubt, ihr urlaubswütige Brut nebst Koffern herauszuschmeissen, um danach mit überhöhter Geschwindigkeit heimzufahren und die kinderlose Zeit mit der Gattin ausgiebigst zu geniessen. Zusätzlich halten an dem Bushof die immer mehr in Mode geratenden Fernbusse gemeinsam mit ihren nahen Verwandten, den Stadtbussen. Und auch die Taxifahrer tragen ihr Scherflein bei, indem sie direkt auf dem Bushofgelände einen ihrer Sammelpunkte eingerichtet haben. Während meiner Wartezeiten am besagten Platz konnte ich beobachten, wie sich das Chaos in all seiner Pracht wunderschön entfaltete. Wenig überraschend reichen 10 Kurzzeitparkplätze nicht aus, die Haltebedürfnisse der Autofahrer zu befriedigen, so dass gerne auch in zweiter Reihe geparkt wird. Dadurch kommen die Stadtbusse nicht mehr vorbei, bzw. spielen Trotzköpfchen und wollen auch gar nicht vorbeikommen. Hupen werden eifrig betätigt, böse Blicke ausgetauscht, Fußgänger quetschen sich zwischen den Fahrzeugen durch und es bildet sich ein Rückstau bis zum Kreisverkehr. Sehr schön ist es auch, wenn Fern- und Stadtbus aneinander vorbeimüssen. Einer alten, ihren Ursprung in der letzten Eiszeit habenden Fehde verpflichtet, erfordern derartige Manöver minutenlanges, stoisches Verharren auf dem Fleck, bevor einer der Fahrer seine Unterlegenheit eingesteht und dem siegreichen Alphamännchen die Vorbeifahrt erlaubt. Ebenso fein ist es, wenn alte Pärchen, mit allerhand Koffern beladen, die Straße überqueren. Mit dem Recht der Übersiebzigjährigen wird weder nach rechts noch nach links geschaut, man tritt einfach auf die Fahrbahn und bewegt sich mit der würdigen Geschwindigkeit, die alte Ehepaare auszeichnet, unbeeindruckt auf die andere Straßenseite. Wütende Fahrer werden ebenso ignoriert wie haarscharf vor den Rollkoffern zum Stehen kommende, vollbremsende Kleintransporter und für einen Moment sind die Rivalitäten der anderen Verkehrsteilnehmer vergessen, die sich in ihrer Ablehnung gegenüber den Kamikazerentnern vereint finden. Doch der zarte Frieden währt nur kurz, dann kämpft wieder jeder gegen jeden. Gestresst wartet der Familienvater auf einen Parkplatz, die Kinderschar bereits ungeduldig im Fonds quengelnd. „Och Papa! Der Zug kommt doch gleich, wir schaffen das nie!“ In den Lenker beissen verbietet der Anstand ebenso, wie die Mondpreise, die der Originalanbieter für Ersatzteile fordert, die Stimme erheben will man auch nicht, wer weiß, was Jenny dann ihren neugierigen Eltern erzählt. Genervt verflucht man also gedämpft die verdammten Busfahrer und blickt nervös auf die Uhr. Endlich ergibt sich eine Lücke und mit quietschenden Reifen wird die Familienkutsche in selbige manövriert, dabei nur Millimeter vor einem der den Platz bevölkernden Flaschensammlern zum Stehen kommend. Unter dessen verärgertem Gegröle lädt man die eigene Tochter samt Freundinnen aus, ein eher unterkühltes Küsschen auf die Wange wird verabreicht und schon flitzen sie, ihre Rollkoffer hinter sich herziehend ins Bahnhofsgebäude, um den Zug noch zu erwischen. Während man immer noch das nun aufdringlicher werdende Krakeelen des Beinaheunfallopfers ignoriert, fallen einem die ganzen Verhaltensregeln für den ersten elternlosen Urlaub ein, die man dem Nachwuchs noch eintrichtern wollte, doch das wütende Hupen eines auf den Parkplatz geiernden Autofahrers unterbricht den Gedankengang. Gestresst laviert man sich im Schritttempo aus der Gefahrenzone heraus, fängt sich dabei noch einen Hieb des zeternden Stadtstreichers auf die Motorhaube ein und ist bei der Ankunft daheim derartig genervt, dass selbst das ebenso neckische wie verführerische Negligé der Gattin das Blut nicht mehr aus dem zornesroten Kopf in das fürs Liebemachen vorgesehenen Körperteil bringen kann, so dass man sich nach einem in angespanntem Schweigen verbrachten Frühstück damit abfindet, dass auch diese kostbaren freien Tage einen in mehrerlei Hinsicht unbefriedigenden Verlauf nehmen werden. Den Gedanken, dass diese Tage beispielhaft für das restliche Leben sein könnten, verdrängt man ebenso selbstbetrügerisch wie -verständlich, um nicht der Depression oder dem Alkohol zu verfallen. Ein Alkoholproblem in der Familie, darüber würden sich Jennys Eltern mit Freude das Schandmaul zerreissen!

Nachtrag: Irgendein Informant, eine weise Prophetin oder eine himmlische Eingebung hat den Verantwortlichen wohl gesteckt, dass die bisherige Situation suboptimal ist, denn vor einiger Zeit war sogar in den überregionalen Nachrichten zu lesen, dass die Fernbusse aus der Kölner Innenstadt ins ferne Köln Deutz verbannt werden. Oder war es vielleicht der Vorsitzende der Busfahrervereinigung, der die Stadtoberen besucht, geheime Handschläge ausgetauscht und wissende Blicke gewechselt hat, um den endgültigen Sieg seiner Truppe ggü. den Fernbususurpatoren zu gewähren? Die wahren Hintergründe bleiben, wie so oft verborgen!

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Nerdvana

Trotz aller Hindernisse und Widrigkeiten hat sich der Baron doch noch dazu herabgelassen, den versprochenen Bericht zur ComicCon Stuttgart hinzurotzen. Doch bevor es in medias res geht, gilt es erst einmal Dampf abzulassen und indignierte Verwunderung auszudrücken ob der kurzsichtigen Narreteien von Microsoft. Seit den grauen Vorzeiten, deren Geschichten heute wie Legenden wirken gehörte zu Windows das hervorragende Programm „Paint“. Ein, zugegeben teilweise nervenzerfetzendes, unpraktisches, schwer zu handhabendes Grafikprogramm, das, trotz aller Unzulänglichkeiten, bei mir im regen Gebrauch war, um a) gratis und b) ohne allzugroßen Aufwand Fotos in passendere Formate und Größen zu ändern. Mit dem technischen Fortschritt ist, wie mir im Laufe der Datenmigration von Rechner 1 (alt) auf Rechner 2 (neu) wieder einmal eindrucksvoll vor Augen geführt wurde, die Leistung meines bevorzugt verwendeten optischen Dokumentationsmittels erheblich gestiegen. Die kompletten Handyfotojahrgänge 2006 – 2008 sind weniger groß als ein Urlaubsfotoordner 2017. Aktuelle Fotos liegen irgendwo bei 15 Mb, entsprechend kam mir die Möglichkeit, Bilder per Paint einfach auf 25 % der Ausgangsgröße zu bringen, sehr zupass.
Allein, irgendein Marketingguru in Redmond hat anscheinend entschlossen, dass ein derartiges Feature nicht umsonst zu haben sein sollte und alas, Paint gibts nicht mehr auf Windows 10.
Entsprechend war es mir erst nach langer, mühsamer Suche und Einarbeitung möglich, die Bilder der ComicCon auf ein Maß zu verkleinern, das ein Einbinden in dieses Dokument sinnvoll macht. Und nun: Bühne frei, Film ab und Lichter aus!

ComicCon, welchem Vollblut- und Teilzeitnerd zaubert dieser Begriff nicht stante pedes ein verträumtes Lächeln ins Gesicht? Für wen ist es nicht der heilige Gral des Nerdtums, eine Pilgerfahrt ins Herzen des wilden Nerdistans, der Nerdpol, auf den sich der Kompass ausrichtet und was es an furchtbaren Wortspielen nicht noch alles gibt? Nun… für mich war es das nicht, da ich zwar ComicCon San Diego und ähnliches oft gelesen, aber mich nie sonderlich damit beschäftigt hatte und, bis ich eines schicksalhaften Tages Eintrittkarten für die ComicCon 2016 in Stuttgart geschenkt bekam, nicht einmal wusste, dass es so etwas (Gral, Pilgerfahrt, Pol) auch in Deutschland gibt. Nun bin ich der letzte, der sich dagegen ausspricht, etwas zu lernen und so begab sich der Hoftross 2016 nach Stuttgart, um der Possen und Schelmereien der Comic Con ansichtig zu werden.
Auch wenn ich bisher keine Beweise für intelligentes Design gefunden habe, weder in der Biologie noch in der Stadtplanung, so ist die Messe Stuttgart, und in genau dieser findet Mitte des Jahres (Juni 2016, Juli 2017, Gruno 2018) die ComicCon statt, höchst praktisch gelegen, da fußläufig vom Bahnhof Stuttgart Flughafen sowie, Überraschung, dem namensgebenden Flughafen erreichbar. Und das ist auch notwendig, reisen doch Nerd und Geekette aus der ganzen Republik an, steigen aus dem Zug, oder im blaublütigen Fall: schweben mit dem Jet ein, und eilen hurtig zum Ort des Geschehens, um ja nichts zu verpassen. Und nicht zu verpassen gibt es viel!

Wo ein Velociraptor verarztet werden kann, kann auch eine Überdosis Nerdtum behandelt werden.
Schon vor dem Einlass erwartete uns dieses mobile Lazarettfahrzeug, in welchem im Laufe des Tages mehrere kritische Nerfpistolenwunden verbunden werden mussten. Trotz pünktlichster Anreise, man war in unchristlicher Frühe gegen 10 aus dem Bett gerollt, hatte sich im Jet lediglich ein karges Frühstück mit belgischen Waffeln, Lachsröllchen, Croissants, Eiern, viererlei Sorten Brot aus aller Welt, Müsli aus den Anden und eine Karaffe katmandischen Kaffee gegönnt und war dann schnurstracks Richtung Messe geschlendert, erinnerte die Schlange vor dem Eingang eher an eine Anakonda denn eine Schlankblindschlange. Erfreulicherweise waren die Gardisten, die den Einlass überwachten, ebenso freundlich wie schnell, so dass man innerhalb kürzester Zeit die heiligen Hallen der ComicCon betreten durfte und was ich sah, war unglaublich!

Doch erst einmal ein Cliffhanger. Anscheinend gibt es die ComicCon in Stuttgart seit 2016. Wie so häufig war der Baron also als Trendsetter unterwegs. Ja, damals war das noch eine sehr familiäre, kleine Veranstaltung, aber ebenso wie die anderen zigtausend Besucher, sah auch ich damals schon das große Potential. Mit welcher Freude erfüllt es mich also zu sehen, dass der kleine Funke, der 2016 noch so schüchtern flackerte, heute zu einem ausgewachsenen Feuer geworden ist, das jedem Trost und Wärme spendet. Ich erinnere mich noch daran, als ob es erst letztes Jahr gewesen ist, dass die Tore der CC Stuttgart das erste mal geöffnet wurden und den heimatlosen Massen ein Zuhause bot. Man mag es gar nicht für möglich halten, aber eine Tageskarte kostete damals gerade einmal ca. 26 Euro! Ja, die Inflation ist wahrlich ein wunderliches Biest.

Und unglaubliche Biester gab es auch in Stuttgart zu erblicken! Schon beim Concierge wurde ersichtlich, dass hier auch Leuten mit Handicaps eine faire Chance geboten wird.

Der freundliche Concierge bietet auch Friseurtermine an.

Insgesamt waren die Besucher höchst divers! Gefühlte 50 %, vielleicht sogar die Hälfte der Besucher hatte sich verkleidet.
Krampus? Loki? Die eine Tante aus dem neuen Thorstreifen? Jedenfalls sehr cool.
Neben Deadpools, dem Ghostrider, einem Haufen Ricks und Captain Jack Sparrow waren auch noch säckeweise irgendwelche Anime-Cosplayer unterwegs, die mir alle mal überhaupt gar nichts sagten. Einer wissenschaftlichen Studie zufolge gibt es mittlerweile mehr Animeserien als Atome im Universum. Hier den Überblick zu halten ist schwierig und nicht unbedingt notwendig.
Ganz besonder gelungen fand ich den folgenden Cosplayer:
Biiep booop

Unglaublich, mit welcher Kunstfertigkeit und Hingabe der 2 Metermann Günther Günthersen hier stundenlang als BB8 durch die Messe gerollt ist. Chapeau!
Neben den höchst originellen Besuchern gab es jedoch auch beim Rahmenprogramm theoretisch einiges zu sehen. Poetryslams mit gleichzeitiger Comiczeichnung, Merchandisestände, ein Bootcamp der imperialen Armee.
Join the Army now!



Die ganze Veranstaltung zeichnete sich durch eine immense Durchdachtheit aus. Da das Nerdtum nun schon seit einigen Jahrzehnten an Fahrt aufnimmt, haben ihre Veteranen mittlerweile eigene Kinder. Die quengelnden Blagen bei den Großeltern zu lassen geht nicht immer, sie durch die Halle zu schleppen ist auf Dauer nervig, zu Hause bleiben und „Tempo, Tempo kleine Schnecke“ spielen ist auch keine sinnvolle Option, was also tun? Hier kommt die Weitsicht der Organisatoren ins Spiel: Kinder können unter der Aufsicht erfahrener Pädagogen im Kinderspielekerker für die Dauer der Con eingeliefert werden.
Hier können die Kinder der Besucher in liebevolle Hände abgegeben werden.

Als weiteres Rahmenprogramm treten zahlreiche Prominente aus aktuellen oder alten TV-Serien (die hier zu nennen nicht nötig ist, da ich diese Veranstaltung nicht besucht habe) auf und plaudern in 1 Stundenslots über Gott und die Welt. Vermutlich sollte man sich das nicht entgehen lassen, aber ich war zu beschäftigt damit, einen Polizisten aufzutreiben, als dass ich mich darum hätte kümmern können. Neureiche Hallodris, die ihre PKWs einfach so in der Gegend herumparken? Soweit kommt es ja wohl noch!

Batman scheisst auf das Halteverbot.

Die ComicCon wäre aber nicht die ComicCon, wenn es nicht noch die Gelegenheit gäbe, seine hart ererbten Dukaten unter das Volk zu bringen. Es gibt dementsprechend einen Haufen Stände mit den namensgebenden Cons. Andere Stände bieten Comics feil, dazu gibt es ein komplettes Viertel mit Zeichnern, bei denen man bereits fertige Bilder kaufen kann, die aber auch Porträts des eigenen edlen Antlitzes anfertigen. Neben dem Stand von FFG verkauft Yuri Orlov seine Ware an die Jugend. Kleinvieh macht auch Mist!

Lord of War ist ein Scheiss dagegen

Wieder andere Verkäufer haben sich auf obskure Getränke und ebenso obskures Essen spezialisiert. Besonders schön sind die farbenprächtigen Fantasorten (hier nicht im Bild). Hier leckt sich jeder Connaisseur sämtliche 10 Finger nach: Dr. Pepper, direkt aus den USA!

Der letzte Ort in Deutschland, wo es Dr. Pepper noch ohne Süßstoff gibt.

Ein jeder, der sich seit Jahren bundesrepublikweit nach Dr. Pepper umgeschaut hat, das nur den guten, alten, gesunden Zucker enthält und nicht noch zusätzlich Süßstoff, wird dieser Anblick Tränen der Freude ins Gesicht treiben.

Immer am Puls der Zeit: Die ComicCon beherbergt Trends schon Jahre vorher!

Ein neuer Trend aus Asien: Bubble Tea! Bin gespannt, ob sich das hier auch durchsetzen wird!

Japanische Sachen kommen immer gut an, sind aber teilweise relativ unverständlich.

Happy Bags… Zwinker zwonker

Sieht für mich ein bisschen wie Towelis Vetter aus. Was genau in den Taschen ist, konnte leider nicht eruiert werden.

Keine ComicCon wäre komplett ohne die kunstfertigen Bauwerke von Legoenthusiasten. Diese beiden Bilder sind da nur ein kleiner Ausschnitt.

Tim und Struppi und die Vergeltungswaffe 2. Ein unveröffentlicher Band der Reihe.

Schlauer Untertitel

Hält man sich einmal vor Augen, dass das Errichten einer relativ bescheidenen Festung bereits Jahre dauert, selbst wenn der Bau nicht durch das plötzliche Auftauchen des endlosen Heerbannes verzögert wird, so ist es doppelt bewundernswert, dass die fleissigen Legobaumeister jedes Jahr aufs Neue aus einigen Hunderttausend Steinen detailreiche und originalgetreue Modelle hinbekommen. Wenn man wirklich jedes Detail betrachten möchte, kann man an den Legotischen schon einige Stunden verbringen. Wie praktisch, dass es direkt in der Nähe auch Läden gibt, in denen alte Legosets verkauft werden!

Schnell ist so der Tag herum und ehe man sich versieht ist es schon…

Z.z.z…Zeit für ein Duell!

Meine Treu, das hatte man komplett übersehen! Um 20 Uhr war ja die Fehde mit dem Nachbarbaron angesetzt… Schleunigst werden die gekauften Preziosen von den Lakaien zum Flughafen gebracht und der Baron begibt sich ebenfalls rasch dorthin, um dem Baron Trottelwicht von Torsin zu zeigen, wo der Hulk die Locken hat!

Fazit: 8 von 8 Episoden Star Wars. Die Atmosphäre war sehr angenehm. Auch wenn dort mehrere Tausend Leute herumlaufen, ist es doch ziemlich entspannt. Die Massen verteilen sich gut auf die zwei Hallen sowie den Aussenbereich (wo man schön Würstchen und Bier bekommt), so dass es nicht allzu eng wird. Die Kostüme sind zum allergrößten Teil richtig gut. Da ich keine Ahnung von den rechtlichen Gegebenheiten habe, habe ich hier kaum Bilder dazu reingestellt, obwohl ich noch einen Haufen mehr gemacht habe. Sehr schick ist es, sich dort porträtieren zu lassen. Das geht relativ fix (15-30 Minuten), ist nicht zu teuer (ab 20 Euro etwa, nach oben ist allerdings viel Luft) und am Ende hat man ein schönes Erinnerungsstück. Man hat sich mittlerweile zweimal in unterschiedlichen Stilen zeichnen lassen und die Bilder hängen nun gut sichtbar an prominenter Stelle über dem Kamin im kleinen Salon.
Ein Tag ComicCon im Jahr reicht aber mMn aus, wenn man nicht wirklich zu jedem Promiauftritt hinmöchte. Eine Wochenendskarte lohnt sich dann eh nur, wenn man entweder in der Gegend wohnt oder sich ein Hotelzimmer nimmt. Mein Vorsatz für die nächste ComicCon, ob 2018 oder später, ist es, auf möglichst vielen Fotos im Hintergrund mit einer Flasche Bier in der Hand aufzutauchen. 😉

P.S.: Mein lieber Schwan, ist die Anordnung der Bilder schäbig! Bei Gelegenheit muss ich wohl mal wieder meine HTML-Kenntnisse auffrischen und lernen, wie man die anständig einbindet.

Great Expectations

Dem geneigten Leser wird es aufgefallen sein, dass sich das Design dieses Blogs geändert hat. Oh ja, zu den inhaltlichen Änderungen gehört auch ein neues Äusseres, der Baron 2.0! Nun heißt es alte Zöpfe abzuschneiden und mit einem Auge in die Zukunft, mit einem in die Vergangenheit blickend, forschen Schrittes in der Gegenwart verankert in ein goldenes Morgen zu schreiten. Der Baron geht nucleare! Zumindest nutzt er nun dieses Design für seinen Blog und hört, nachdem der das Phrasenschwein wieder ordentlich gemästet hat, erstmal auf, affigerweise in der 3. Person von sich selbst zu reden. Furchtbar, oder? Es gibt gefühlt in jedem 2. Forum einen Tünnes, der von sich selbst in der dritten Person redet und sich dabei nicht einmal schämt. Ich werde jedenfalls versuchen, mich damit etwas zurückzuhalten und dieses Stilmittel vielleicht nur bei grandiosen Eingangsmonologen einsetzen. 😉
Wenn ich es hinbekomme, folgt beim nächsten Eintrag der hervorragende Bericht von der noch hervorragenderen ComicCon in Stuttgart dieses Jahr. Bleibt gestimmt!

Der Baron im Exil

Ein unverhoffter Feiertag (danke Österreich!) sowie ein abgekackter PC mit anschliessendem Lesezeichenexport hat mich nach langer Zeit wieder mal auf diese Seite getrieben. Tempus fugit!

Mehr als zwei Jahre ist es jetzt her, dass der Baron seine angestammte Heimat verlassen und in ferne Lande ins Exil ziehen musste. 30 Monate in der Verbannung, unter Menschen mit fremdem Zungenschlag und eigentümlichen Sitten. Eine rollenspielerische Einöde, in der selbst nach halbärschigster Suche in Foren und Spielerbörsen keine neue Gruppe aufgetan werden konnte. Wehmütig wird es dem Baron da ums Herz, wenn er die alten Beiträge auf dieser Seite liest und sich zumindest teilweise noch an die Abenteuer erinnern kann. So viele offene Geschichten, die noch auf ein Ende warten. Werden es die Möchtegernppiraten im Südmeer schaffen, das Prätorenjahr mit einem Gewinn abzuschließen? Wird es den Magiern gelingen, wieder in ihre eigene Zeit zurückzukehren und das nicht durch einfaches Warten? Was geht in den Deadlands vor? Hat der wahnsinnig mörderische Zirkus noch weitere Mitglieder, die Angst und Schrecken im wilden Westen verbreiten? Wie werden sich unsere Helden in der Zombieapokalypse in Berlin schlagen? Und wie geht es eigentlich in der Wildermark weiter, wo Zweimühlen dank der tapferen und komplett uneigennützigen Hilfe der Helden gerade wieder Tritt gefangen hat?

Es waren wirklich schöne, spannende und auch lustige Runden, die ich nicht missen möchte. Eine super Zeit und ich bin heute noch beeindruckt, mit welcher Regelmäßigkeit wir das auf die Reihe bekommen haben. Vielleicht schaffen wir es ja irgendwann einmal auf ein weiteres Nerdwochenende, obwohl ich zugestehen muss, dass das angesichts größer werdender Verpflichtungen und Anreisestrecken recht unwahrscheinlich sein dürfte. So ist das im Leben. Ein Kapitel wird abgeschlossen und ein neues wird eröffnet (Kling – 1 Euro ins Phrasenschwein). Da es auf absehbare Zeit nicht so aussieht, als ob der Baron wieder dem Rollenspiel verfallen wird und es entsprechend hier keine neuen RPG-Einträge geben wird, haben wir uns in unserer Weisheit entschieden, diesen Blog… natürlich nicht dichtzumachen. 😉 Sondern mit den geistigen Ergüssen aus dem echten Leben zu füllen. Ab und zu macht es ja Spass, in die Tasten zu hauen und seinen Quatsch festzuhalten. Bleibt gestimmt!

Südmeerkampagne 30. und 31. Kapitel – Die Sieben Tage von Chorhop Teil II

Ort der Handlung: Bizarro-Chorhop
3.-5. Rahja
Endlich war es soweit, das größte gesellschaftliche Ereignis der Stadt Chorhop: Das Fest des Schutzprätors und alle, alle waren gekommen. Bis auf die Armen und Hässlichen, die wurden natürlich nicht reingelassen, aber die Creme de la Creme der Stadt hatte sich in der Prätorenvilla eingefunden, um das Pferderennen, die köstlichen Speisen, die auserlesenen Getränke und die geistreichen Gespräche zu geniessen. Und bärenstark fing die Feier an. Nach einer ebenso rührenden wie humorvollen Willkommensrede Kasims, platzierten sich die Gäste auf der Tribüne und fieberten dem ersten Rennen entgegen. Hier gab sich Kasim persönlich die Ehre und trat auf seinem dreibeinigen Maulesel an. Wider Erwarten waren die unauffällig im Publikum platzierten Armbrustschützen jedoch gar nicht nötig, denn ohne viele Mühe trug das sogenannte Pferd seinen Besitzer mit einem ordentlichen Vorsprung über die Ziellinie. Erstaunt betrachtete der Schutzprätor sein Ross erneut und erkannte nun im besseren Licht der Mittagssonne, dass es sich hierbei wohl doch um ein reinrassiges Shadifpferd handelte und nicht, wie vorher vermutet, um den nächsten Auftrag des Abdeckers. Riesig war der Jubel auf den Rängen, noch riesiger der Jubel des Vogtvikars, der einen ansehnlichen Batzen Dukaten gemacht hatte, da er auf den kompletten Aussenseiter Kasim gesetzt hatte. Nach diesem schweisstreibenden und aufregenden Rennen begaben sich die Gäste erneut in die Villa, um vor dem nächsten Rennen eine kleine Erfrischung zu sich zu nehmen. Eine vollkommene Feier also. Die kleinen Unstimmigkeiten, die darauf folgten, sind eigentlich gar nicht der Rede wert, denn was ist schon perfekt? Um der Chronistenpflicht nachzukommen sollen sie hier dennoch aufgeführt werden, auch wenn sie nicht den Hauch eines Schatten auf die Großartigkeit dieses Festes werfen können.

Während sich der Schutzprätor mit wohlgewählten Worten an sein Publikum wandte und die Eröffnung des prachtvollen Buffets einleitete, wurden Yuan, Nostromo und Myrmidion von einer Wache mit dem geheimen Kennwort „SPEEEEEER!“ gerufen. Wie die aufgelöste Wache berichtete, war ein aufgebrachter Trupp Bettler auf der Suche nach einem kleingewachsenen Halunken, der zwei der Ihren vergiftet hatte. Kalt wie Eis befahl Yuan dem Zyklopäer, sich rasch zu verstecken und rannte dann mit Nostromo im Kielwasser vor das Haus, wo sich bereits etwa 30 Bettler in der Verkleidung „Wütender Mob“ inklusive Knüppeln und Steinen versammelt hatte. Da dies nicht im Geringsten zum Thema der Feier „1001 Nacht“ passte, wurde den wilden Gesellen natürlich der Eintritt verwehrt, was diese beinahe über die Schwelle zum „Tobsüchtigen Mob“ brachte. Diplomatisch machte sich Yuan daran, die Rüpel zu vertreiben und stürzte sich, als durch tieffliegende Pflastersteine die Fenster der Villa zu Bruch gingen, in das Getümmel. Die Handvoll Wachen und Nostromo hingegen bildeten eine menschliche Mauer, um das Eigentum des Prätors zu schützen. Yuans Plan ging vollkommen auf und innerhalb von wenigen Sekunden lag der in ein ehemals prächtiges Pfauenkostüm gekleidete ehemalige Prätor im Dreck der Straße und freundete sich mit Staub und Kot an. Von diesem Erfolg ermutigt trat ein vorwitziger Rädelsführer näher an die Wachen heran und forderte krakeelend die Herausgabe des Verantwortlichen für den Tod zweier ihrer Kameraden. Nun war das Maß jedoch voll. Scheiben einwerfen, schön und gut. Yuan vermöbeln, meinetwegen, aber große Töne spucken und auch noch Myrmidion lynchen wollen, das schlug dem Fass den Boden aus. Mit bedrohlichem Blick zog die Wache und Nostromo blank und rückte entschlossen gegen das Großmaul vor, der plötzlich merkte, dass sein Knüppelchen wohl eher als Feuerholz denn als ernsthafte Waffe taugte und rasch verteilte sich die Bande in alle Winde. Beherzt schlenderten die Gardisten hinterher, bedacht, es nicht doch noch zu einer Konfrontation kommen zu lassen und kassierte zwei der Bettler, die aufgrund akuter Lahmheit bzw. Einbeinigkeit nicht schnell genug weglaufen konnten, ein. Danach wurde der schmutzige Pfau ins Innere des Hauses gebracht und mit Hilfe eines starken Schnaps aufgeweckt.

Yuan kam gerade rechtzeitig zu sich, um mitzubekommen, wie Kasim das Buffet eröffnete und den ersten Löffel Wachteleischaumspeise verdrückte. Kurz darauf trat ein erstaunlicher Farbwechsel auf. Während das sonnengebräunte Gesicht des Schutzprätors schlagartig weiß wurde, kam es bei seiner Hose zum genau gegenteiligen Effekt. Noch bevor die restlichen Gäste, sowieso schon wütend über den Angriff der Bettler, diese erstaunliche Darbietung goutieren konnten, sprang erst Yuan in die Bresche und dann Kasim auf den Abort. Mit erstaunlichem Geschick überzeugte er die hohen Herrschaften davon, dass das Essen wohl doch nicht gegessen werden könne, da es nicht dem Thema der Feier entspräche. Ein solcher Stilbruch sei nicht hinzunehmen, novadisch-tulamidische Küche würde aber bald nachgeliefert werden. In der Zwischenzeit hatte Nostromo den völlig aufgelösten Fetenorganisator etwas Verstand in den Leib geschüttelt und ihn beauftragt, beim nächsten novadischen Schnellrestaurant Essen zu holen. Die Lage schien sich zu beruhigen, doch als sich Yuan auf die Suche nach dem Gastgeber machte und dieser ohnmächtig mit heruntergelassener Hose auf dem stillen Örtchen gefunden wurde, in einer Wolke miasmatischen Gestankes geradezu badend, verabschiedeten sich die Gäste unter fadenscheinigsten Gründen rasch und innerhalb kürzester Zeit war die Feier so tot wie die beiden Vorkosterbettler. „Die Spiele müssen weitergehen, das sind wir der Idee des Festes schuldig!“, stellte Yuan ganz richtig fest und so wurden die restlichen Rennen, wenn auch mit geringerer Besetzung, noch rasch abgehandelt. Der Gewinner des Freilos war daher auch so unwichtig wie unbekannt. Trotzdem bekam er seinen Preis mit allem Nostromo zur Verfügung stehenden Enthusiasmus überreicht („Euer Gewinn, hier!“), bevor die Feier beendet wurde. Wie erwähnt waren es also nur kleine Steinchen, ja Sandkörnchen im ansonsten perfekt ablaufenden Uhrwerk des Festes. Eines Festes, von dem man sicherlich in vielen Jahren auch noch sprechen würde.

Nachdem das Geraffel endlich die Biege gemacht hatte, konnte man endlich daran gehen, die mysteriösen Vorgänge zu untersuchen. Ein Medicus war bald eingetroffen und konstatierte eine Vergiftung durch eitrigen Krötenschemel bei Kasim, einem extrem schwierig herzustellenden Gift. Die gute Nachricht war jedoch, dass es in der Regel zwar extrem unangenehm, selten jedoch tödlich wirkte. Sofort wurden die Würfelspiele Yuans und Nostromos um die Nachfolge des Schutzprätors unterbrochen und man machte sich auf, den Vergifter zu suchen. Bei einem derart seltenen Gift würde es sicherlich wenige Verkäufer geben, so dass sich der Übeltäter gewiß bald würde finden lassen. Vor einer Befragung der Alchemisten der Stadt musste jedoch zuerst Myrmidion gefunden werden, was sich als schwerer herausstellte, als gedacht. Dieser war nämlich in seinem Versteck aus Langeweile eingeschlafen und tauchte für geraume Zeit nicht mehr auf. Erst nach einer Stunde stand er plötzlich neben den Suchenden und bot seine Hilfe an, das Gesuchte zu finden. Mittlerweile hatte man jedoch genug von den Kaspereien und flitzte zum Alchemistengrolm, der für einige Dukaten schnell auch das erste, tödliche Gift identifiziert hatte. Dieses, Kukris, war ein extrem teures, aber in der Gegend nicht ganz so seltenes Gift aus einer Seidenliane. Eitriger Krötenschemel stellte sich als ein Gift heraus, das jeder Alchemistenlehrlingsgehilfenbruder aus dem überall wachsenden Krötenschemel brauen konnte. Lieder verliefen die Versuche, erst an den Ver-, dann an den Käufer zu kommen, im Sande. Dafür fand man jedoch nach weiterem Suchen die Ursache der Vergiftung: Das Basilikum des Kochs a.D. enthielt nicht nur das namensgebende Gewürz, sondern auch noch die aufregende Substanz K wie Kukris. Da würde sich doch etwas ergeben, schlussfolgerte man schlau und ging dann ins Bett.

Der nächste Morgen stand ganz im Zeichen der Wäsche. Zum Einen musste das Haus gereinigt werden, um die Feierspuren zu beseitigen, zum Anderen Kasim jede Viertelstunde und zuletzt war eine ausgiebige Kopfwäsche Myrmidions von Nöten. Auch wenn sich Yuan und Nostromo alle Mühe gaben, ihm klarzumachen, was er getan hatte, nämlich aus einer Laune heraus zwei Menschen vergiftet, war nicht ersichtlich, dass irgendetwas davon in den Kopf des sprunghaften Matrosen drang. Yuan entschied daher, ihn zum Efferdtempel zu bringen, wo er seine Missetat den Geweihten beichten und um eine angemessene Strafte bitten sollte. Dies tat er auch auf die umständlich möglichste Art und Weise und rückte mit der Wahrheit nur recht zögerlich heraus, was Bruder Efferdan zu Entsetzen und Bruder Efferdin zu einem Zornesausbruch brachte. Ein eingeschüchterter Myrmidion wurde daher angewiesen, in einigen Tagen zusammen mit seinem Herrn, Yuan, im Tempel einzutreffen und dort die von Efferd in einer Vision offenbarte Bestrafung zu empfangen.

Währenddessen hatten die Wächter des Friedens eine heiße Spur aufgenommen, waren über den Gewürzlieferanten des Kochs zu einem Boten des Gewürzlieferanten gelangt und hatten durch dessen Aussage, er habe Geld bekommen, um das Basilikum mit einem grünleuchtenden, ätzend riechenden und an den Fingern brennenden Pulver zu mischen (Aber ich wusste doch nicht, dass das was Schlimmes sein könnte!) an die Beschreibung des Auftraggebers gelangt. Ein bärtiger, älterer Novadi, den er auch schon im Viertel gesehen hatte. Gerade wollte man den Schutzprätor verhaften, da ging es den beiden auf, dass diese Beschreibung auf gefühlt 25 Prozent aller in der Stadt beheimateten Novadis zutrifft. Yuan und Nostromo wollten damit anfangen, den nutzlosen Botenjungen durch eindringlichere Befragung davon überzeugen, verwertbarere Informationen auszuspucken, da fiel dem Trottel noch ein, dass dieser Auftraggeber oft mit dem Handelsprätor duch das Viertel laufen würde. Einen Moment war das Befragungsteam ratlos. Handelsprätor? Gab es so etwas überhaupt oder wollte der Bengel nur seine Haut retten? Davon hätte man doch bestimmt gehört, wenn es so einen Prätor geben würde. Netter Versuch, aber keine Punkte! Glücklicherweise waren die Charaktere aber mit einem besseren Erinnerungsvermögen ausgestattet, als die Spieler und so fiel ihnen auf einmal ein, dass es diesen Posten tatsächlich gab und man die Person dahinter sogar schon kennengelernt hatte. Der Handelsprätor war niemand anderes, als der Hairan Tabaluga! Und wie es der Zufall wollte, war dessen Feier an genau diesem Abend! Den Zwölfen sei Dank war Kasim mittlerweile wieder auf den Beinen und so wurde ein Plan geschmiedet, den Vergifter am Abend zu enttarnen und zu verhaften. Leider stellte sich jedoch heraus, dass vor dem Palast des Handelsprätors nicht die üblichen desinteressierten und inkompetenten Stadtwachen, sondern 20 gutausgerüstete novadische Panzerreiter standen, die niemanden mit einer Waffe länger als ein Zahnstocher auf die Feier lassen wollten. Der Truppe schwante Böses! Die Mächtigen der Stadt, unbewaffnet im festungsartigen Palast des Vorgesetzten des mutmaßlichen Vergifters, der auch noch just an diesem Tag ein Kontingent Reiter in die Stadt hatte kommen lassen? Natürlich, Zufälle gibt es immer wieder, aber lieber einmal zu vorsichtig, als einmal tot. Entsprechend nahmen nur Kasim und Myrmidion an der Feier teil, während Yuan und Nostromo die Stadtwache herbeizitierten und auf dem Platz vor dem Palast herumlungern ließ. Beim ersten Anzeichen eines Putsches würde diese hervorragend ausgebild… hervorragend ausgerüstet… hervorragend motiviert…… diese… Truppe! sich auf die Panzerreiter stürzen und die hohen Herrschaften retten. Im Verbund mit den Matrosen vom Schiff Kasims und Xanteros würden die Angreifer so wenigstens das Überraschungsmoment auf seiner Seite haben. Zumindest war dies der Plan, der in der Hoffnung gemacht wurde, dass nie die Notwendigkeit bestehen würde, ihn auch durchzuführen.

Im Inneren hatte Myrmidion bald Freundschaft mit vielen Novadis geschlossen und herausgefunden, dass der mutmaßliche Auftraggeber der Mawdli des Handelsprätors war. Kasim konfrontierte die beiden mit dem Verdacht und nach einigem Taktieren gab der novadische Rechtsgelehrte zu, dass er das Essen während der Feier des Schutzprätors mit Krötenschemel vergiftet habe. Kukris wurde dabei gar nicht erst aufs Tapet gebracht und sein Motiv, er habe damit zeigen wollen, dass das unnovadische Gericht, das er vergiftet hatte, von Rastullah verflucht sei, war so durchsichtig wie das Haupthaar Nostromos. Der Mawdli wurde daraufhin von Kasim und Myrmidion in die Kaserne gebracht, während der Rest der Wache inklusive Yuan und Nostromo in einer nahegelegenen Schenke das Bier fließen ließ. Schnell hatten sich die beiden Thorwaler aus der Mannschaft von Kasim mit Einheimischen angelegt und innerhalb weniger Minuten waren sämtliche Gäste der Kneipe in eine zünftige Schlägerei verwickelt. Soweit so gut, doch dann ließ sich einer der bösartigen Gäste dazu herab, den Einsatz zu erhöhen und schmetterte einen mit metallenen Nieten versehenen Bierkrug auf den Kopf von Nostromo, der daraufhin seine Axt zog und dem nun plötzlich kleinlaut Fliehenden hinterhersetzte. Kurz darauf floh die halbe Belegschaft (sämtliche Einheimische), darunter bedauerlicherweise auch der hinterhältige Krugschläger und die siegreichen Gardisten verhafteten jeden, der zu ohnmächtig war, um abhauen zu können. Im Siegeszug brachte man die Gefangenen ebenfalls in die Kaserne und sperrte sie in den Käfig neben den Mawdli mit der dringlichen Bitte, diesen in Ruhe zu lassen.

Während dieser ganzen Angelegenheit hatte Kasim mehr Informationen aus dem Mawdli herausbekommen und den wahren Hintergrund herausfinden können. Auch dieser Novadi gehörte zum Bund der goldenen Morgenröte (osä) und wollte die Stadt Chorhop zu einem Kalifat machen. Sein Plan war gewesen, den Vogtvikar, der unter allen Prätorenfeiern nur diese besuchen würde, zu vergiften. Ohne das Stadtoberhaupt wäre es ein Leichtes gewesen, einen Kalifen einzusetzen und die Macht an sich zu reissen. Ob Kasim, als Novadibruder, nicht vielleicht auch dem Bund beitreten wolle?, zwinkerte der fiese Alte dem Schutzprätor zu. Dieser blieb jedoch diplomatisch, lehnte weder ab noch sagte er zu und verfrachtete den Attentäter in die Zelle.

Mit vollem Kerker ging der Tag zu Ende und erschöpft fielen die tapferen Wächter der Stadt in ihre Betten, wohlwissend, dass der nächste Morgen viele Gespräche und Pläne bringen würde. Wie sollte man mit der Situation umgehen? Wer war noch Mitglied in diesem ominösen Bund? Sollte man ihn infiltrieren? Musste der Vogtvikar davon in Kenntnis gesetzt werden? Fragen über Fragen, die sich erst am nächsten Tag würden beantworten lassen.

Doch bevor man sich mit diesen Problemen befassen konnte, stand noch vor dem Frühstück ein debiler Bote auf der Matte und quakte herum, dass sich der Prätor umgehendst um das Verschwinden des Gladiators Alrik kümmern müsse der, im Finale der alljährlichen Gladiatiorenspiele stehend, seit einem Tag verschwunden war. Den Zwölfen sei Dank, dass derartig wichtige Aufgaben vom Prätor persönlich übernommen werden mussten. Nicht auszudenken, wo die Stadt hinkäme, wenn ausgewachsene, muskulöse, kampferprobte und mutige Männer einfach mal einen Tag verschwänden! Ein Fall für das schnelle Einsatzkommando der Stadtwache.

Pro:
– Die Kerker sind voll
– Die Wache musste erneut nicht kämpfen und konnte somit auch nicht aufgerieben werden

Contra:
– Die Verschwörung ist nicht aufgedeckt
– Die Feier war ziemlich scheisse
– Myrmidion sollte nicht alleine in dunklen Gassen rumschwirren

Südmeerkampagne 28. und 29. Kapitel – Die Sieben Tage von Chorhop Teil I

Ort der Handlung: Bizarro-Chorhop
2-3. Rahja
Nachdem die Formalitäten zwischen den doppelten Schutzprätorlottchen geklärt waren, stand nun ernsthaftes Geldscheffeln auf der Tagesordnung. Doch ehe auch nur ein einzelner roter Kreuzer verdient werden konnte, überzeugte uns der Haussekretär Praiopiro erneut von seiner Loyalität, Voraussicht und Planungskompetenz. „Achso, wegen dieser Chorhopkarnevalsgeschichte. Da muss jeder Prätor auch eine dicke Sause organisieren. Eure ist übermorgen dran und ich nehme ab genau jetzt meinen restlichen Jahresurlaub. Machts gut die Herren!“ Bevor sich der wieselige Sekretarius jedoch aus dem Staub machen konnte, hatte der neue Schutzprätor Kasim bereits die magischen Worte „Urlaubssperre auf unbestimmte Zeit!“ ausgesprochen und so musste Praiopiro sich nun ebenfalls an der leicht hektischen Organisation des Schutzprätorenfestes beteiligen. Innerhalb von nur wenigen Stunden (es können höchstens 8 oder 10 gewesen sein) hatten Kasim und Xantero das Konzept einer „Tausendundeine Nacht Feier“ mit integriertem Pferderennen durch die Straßen der Stadt ausgefeilt, sehr zur Unfreude von Myrmidion und Nostromo, deren Plan „Nackte Frauen“ trotz permanenten Aufs-Tapet-bringens berechtigterweise ignoriert wurde. In aller Eile wurde eine Tribüne in Auftrag gegeben die den eh überflüssigen Zierblumenbereich mit seinen aus ganz Aventurien zusammengetragenen einzigartigen Lippenblütlern im Garten des Schutzprätors ersetzen würde und deren Fertigstellung, nach Aussage der Bauarbeiterfirma „Pistor und Gerrarius – Schweinetröge aller Art“, auf gar keinen Fall länger als allerhöchstens, also bestimmt nicht mehr als… wird schon gutgehen! dauern würde. Als Preis für das großartige Rennen wurde ein Freilos für die nächstjährige Prätorenlotterie ausgelobt. Danach erinnerte man sich daran, dass man ein solches Los gar nicht besaß und machte sich daher auf, dem Vogtvikar Zeforika ein solches aus den Rippen zu leiern. Mit höchster Freude erfuhr der oberste Phexgeweihte der Stadt von diesem vorzüglichen Plan und händigte der Gruppe auf der Stelle das Los aus. Dachte man zuerst, doch das überreichte Blatt war dann doch eher ein extrem vertrackter Vertrag, mit dem dem Vogtvikar die Erlaubnis gegeben wurde, den Wettbetrieb für das Pferderennen zu betreiben sowie die Zusicherung von Kasim, ihm einen Gefallen zu erweisen. Erst danach wurde der zukünftige Preis in Empfang genommen und die Laube war beinahe rund.

Auf Anraten Zeforikas stellte Kasim für die weitere Organisation den drittbesten Festivitätenplaner der Stadt ein, einen horasischen Pinkel, wie er im Buche steht und dieser machte sich rasch auf, die Speisereihenfolge, Getränkeauswahl, Kurtisanen und Kurtisaneriche sowie neue Vorhänge für den Prätorenpalast zu besorgen. In der Zwischenzeit hatte man sich mit dem Würfelmeister geeinigt, diesem gegen lediglich ein Drittel der Einnahmen (im Gegensatz zum geforderten unverschämt hohen Viertel!) den Wettbetrieb für das Pferderennen zu überlassen. Wem es vorkommt, dass sich das ähnlich anhört, wie das Geschäft mit dem Vogtvikar, hat Recht. Aber Konkurrenz belebt ja das Geschäft und Herr Zeforika ist weit über die Grenzen Chorhops hinaus bekannt dafür, einen verschmitzten Sinn für Humor zu haben. Zumindest hoffte man das. Um weiteres Geld zu verdienen, wurden noch Eintrittskarten für die Tribüne sowie Startplätze für das Rennen verkauft und siehe da: die Silbertaler rollten eifrig in das Beutelchen des Schutzprätors hinein! Damit es den kleinen Schlingeln nicht so eng wurde im engen Ledergefängnis, ließ Kasim im gleichen Maße Dukaten herausrollen, um Tribüne, Organisator, Essen, Vorhänge, Getränke, Kloreinigung, Flugblätter und weiß der Scheitan was noch zu bezahlen. Bisher sah die ganze Geschichte nach einem argen Verlustgeschäft aus!

Doch auf den Haufen Ärgernis setzte die Kriegsprätorin das stinkende Krönchen auf. Kackendreist verlangte sie die Bereitstellung von 30 Mann der Garde, um den zu erwartenden Strom der Besucher an den Toren der Stadt auch hinreichend kontrollieren zu können. Dies biss sich ein wenig mit der Idee, 20 Mann der Wache an der Rennstrecke abzustellen, um zu verhindern, dass Klein-Alrik unter den trommelnden Hufen der Reiter zu einem blutigen Matsch zerrieben werden würde. Trotz höchster Beredsamkeit „Das dürft ihr nicht. Die geben wir euch nicht. Das ist bestimmt verboten. Päpäpäpäpäää!“ war genau das nicht nur nicht verboten, sondern sogar ausdrücklich erlaubt und somit unabwendbar. Triumphierend wedelte die Kriegsprätorin mit dem entsprechenden Absatz der Chorhoper Verfassung vor der Nase Kasims herum und machte sich danach mit stolzgeschwellter Brust von dannen. Angesichts der arg knappen Personaldecke wurden daher kurzerhand irgendwelche Yareks und Alwines aus den Kneipen geholt und kurzzeitig in die Wache aufgenommen, um das Gardistenloch zu füllen. Obwohl wirklich jeder genommen wurde, der zumindest grob in eine befohlene Richtung gehen konnte, reichte es jedoch immer noch nicht. Verzweiflung machte sich breit, dann Trotz doch in dem Moment kam die Rettung in Form des Sekretärs der Schutzprätorin, der für die popelige Summe von 200 Dukaten 20 der Gardisten an uns zurückführen würde. Ein ausgezeichnetes Geschäft, das von Xantero durchgeführt wurde. Noch ausgezeichneter war, dass man diese Art von Bestechung sicherlich gegen die Kriegsprätorin würde wenden können… Ein entsprechender Plan wurde kurz skizziert und für spätere Verwendung in Ablage 2 des Schutzprätorenschreibtischs abgelegt. Dieser hatte in der Zwischenzeit seine 12 Matrosen als Streckenposten eingeteilt, so dass mithin alles in trockenen Tüchern war. Der Kopf schwirrte der Orgagruppe hinreichend, als gegen Abend sämtliche Vorbereitungen abgeschlossen waren und so war man nur allzu froh, dass an diesem Abend zur Zerstreuung das Fest im Palazzo des Würfelprätors stattfinden würde. Für das lächerliche Sümmchen von 150 Dukaten hatte sich Yuan ein Kostüm als der edelste aller Vögel gekauft und stolzierte nun als prächtiger Pfau auf das Kostümfest. Stilsicher und immer am Nerv der Zeit hatten sich Myrmidion und Nostromo als Seemänner verkleidet (was den großen Vorteil hatte, dass sie einfach ihre übliche Kleidung anbehalten konnten), während Kasim und Xantero mit ihren Kostümen als Novadi bzw. Gladiator höchste Achtung bei den anderen Gästen erfuhren. Der große Trom, Würfelprätor und also Gastgeber in einer Person drückte jedem seiner geladenen Gäste fünf sogenannte Jetons im Gesamtwert von 50 Dukaten in die Hand und entließ die Gruppe dann in den Trubel seiner Feier. Und was wurde dort geboten! Kartenspiele, Würfelspiele, Glücksspiele, Roulette, ja, in einem abgelegenen Séparée wurde gar das im restlichen Aventurien aufgrund zu großer Sinnesfreude verbotene „Spitz pass auf!“ ausgelassen zelebriert. Bei den Zwölfen, die Originalität des Würfelprätors kannte keine Beschränkung, Glücksspiele! In Chorhop! Das gab es sonst nur an den restlichen 364 Tagen des Jahres! Vollkommen fassungslos ob dieser Genialität vermehrfachte Diego innerhalb kürzester Zeit seinen Einsatz, während Yuan beim Kartenspiel die unglaubliche Summe von 6 Dukaten gewann! Myrmidion hatte hingegen sein Auge auf die Hostessen geworfen und ließ seinen zyklopäischen Charme spielen. „Na! Wie siehts aus, hääää?“ Nach langem Herumgezwinker und eindeutigen Handbewegungen fiel bei den Damen endlich der Groschen und um eine seiner 5 Jetons erleichtert machte sich Myrmidion mit einer der Damen ins Hinterzimmer auf, nicht jedoch bevor er seine restlichen Jetons seinem aktuellen Besitzer in die Hand drückte. Rasch hatte auch Nostromo seine Chips an 5 Damen verteilt und verschwand ebenfalls im ruhigeren Teil des Gebäudes.

In der Zwischenzeit kam Kapitän Yuan der hervorragende Gedanke, dass sich so eine Feier ganz famos zum Netzwerken eignen würde und scharwenzelte so in den Raucherraum im oberen Stockwerk um dort Phyllis, Besitzerin eines gutgehenden Pfandhaus, anzubaggern. Hier bewies sich die geballte Macht des Pfaus als hilfreich, denn trotzdem er regelmäßig würgend abhustete, konnte er ein kleines Geschäft mit der Dame machen, die ein Problem mit einigen Besitzern verschiedener Pfandgegenstände hatte. Unter Führung des zwielichtigen Maraskaners, den Yuan in Normalo-Chorhop als Hauptmann der Wache eingestellt hatte, würde sich eine Gruppe schlagkräftiger Gesellen um dieses Problem kümmern. Langsam plätscherte der Abend aus, und vollkommen erschöpft wankte die Gesellschaft heim.

Am nächsten Tag fiel dann auf, dass dies der große Tag der Schutzprätorensause sein würde, aber trotz eines großen Schlaf- und Eiweißmangels würde man sein bestes geben, dieses Fest unvergesslich zu machen! Glücklicherweise stand die Tribüne bereits und machte auch den Eindruck, dass sie nicht umfallen würde. Jedenfalls, solange sich ihr niemand näherte, aber das war ja schon gut genug. Die positiven Nachrichten endeten jedoch bereits hier, als ein lautes Gekreische aus der Küche klang. Rasch stürzte man herbei und sah eine Küchenhilfe, die laut das Ableben des Kochs beklagte. Dieser lag, mit Schaum vor dem Mund, vor den aufgetischten Gerichten und rührte sich nicht mehr. Ruhiges Zureden ergab, dass der Herr Koch a.D. gerade einen letzten Geschmackstest seiner Kreationen machen wollte, nach dem 6. Gericht jedoch mit ebendiesem Schaum vorm Gesicht zusammengesackt war. Gift! Doch welche Speise war es, die vergiftet worden war? Und wie sollte man das herausfinden? Konfusion herrschte in der Küche und Myrmidion tat, was er immer tat: Das Erstbeste! Schnell hatte er 6 Bettler aufgetrieben und ließ jeden von ihnen eines der ersten sechs Gerichte probieren bevor er sie wieder fortschickte. Dann fiel ihm ein, dass das Gift eventuell nicht so rasch wirkte und er rannte auf die Straße, um die Bettler wiederzufinden, was ihm jedoch nur teilweise gelang. Zum Glück war unter denen die er fand auch der Vergiftete, der in der Nähe am Straßenrand lag und ebenfalls Schaum vor dem Mund hatte. Myrmidion zog ihn ein wenig weiter ins Gebüsch und verkündetet danach freudenstrahlend in die fassungslosen Gesichter der Gruppe, dass wohl die Hühnersuppe, Gericht Nummer zwei, unbekömmlich sei. Noch etwas konfus überprüfte Nostromo die These mit zwei Straßenkötern, die ebenfalls an der Suppe verröchelten. Der Festivitätenplaner ließ allerdings dann doch sämtliche Gerichte wegwerfen (bis auf die Hühnersuppe, die von Nostromo für eine eventuelle spätere Verwendung schön in Tupperware verpackt wurde) und peitschte die Küchenhilfen an, neues Essen für die Feier herzustellen. Dieses würde zwar weniger raffiniert ausfallen, aber lieber nur 5 Nachspeisen, als 5 Nachrufe verfassen zu müssen.

Pro:
– Der Giftanschlag wurde rechtzeitig entdeckt

Contra:
– Ausser Spesen bisher nichts gewesen

Südmeerkampagne 27. Kapitel – Verkehrte Welt

Ort der Handlung: Bizarro-Chorhop
1. Rahja
Kaum hatte man sich mit dem guten Gefühl, einen Haufen Geld verdient zu haben in die weichen Betten gelegt, wurde die Gruppe auch bereits wieder abrupt geweckt. Ein niederhöllisches Unwetter ging über der Stadt und dem Umland nieder und riss die Einwohner aus Borons Armen. Verwirrt schauten sich Yuan und Nostromo die Wetterkapriolen an und waren vollends verblüfft, als sie purpurne Blitze über das Firmament zucken sahen. Das wirkte nicht wie das Wald- und Wiesengewitter, das sich sonst in der Gegend herumtrieb, nein, dieses besass eindeutig eine überderische Qualität! Rasch wurde Praiopiri herbeizitiert, um zu erfahren, was es mit diesem Wetterphänomen auf sich hatte, doch der Sekretär des Schutzprätors schien seinen eigenen Herren nicht mehr zu erkennen und redete wirres Zeug. Mit strammem Schritt begab man sich daraufhin zur Wache und erreichte diese innerhalb eines Blitzschlages. Verwundert inspizierte der Schutzprätor die Wache, wo eine ihm völlig unbekannte Hauptfrau das Regiment führte. Die gut in hochprozentigen Getränken eingelegte Soldatin erkannte jedoch sofort den ihr vorgesetzten Schutzprätor und salutierte schwankend. Die Mutmaßung, dass es sich hier um einen elaborierten Schabernack handelte lag nahe, wurde jedoch ob des unglaublich hohen Aufwandes verworfen, der nötig war, um spontane Teleportationen durchzuführen. Während man aufgeregt palavernd zurück zum Haus des Schutzprätors lief, zuckte erneut ein Blitz und diesmal stand Yuan augenblicklich vor dem Stadttor, an dem sich gerade zwei unbekannte Gestalten mit der Wache herumstritten. Ein Novadi diskutierte gerade mit einem der Soldaten, dass er der Schutzprätor sei und durchgelassen werden wolle. Während die eine Wache Haltung vor dem Betrüger annahm, wollte die zweite diesen nicht in die Stadt lassen. Nach einigem Hin und Her einigten sich Yuan und Kasim, der Novadi, darauf, in Begleitung des zweiten Fremden, Xantero, zum Haus des Schutzprätors zurückzukehren und dort diese missliche Lage näher zu beratschlagen. In der Zwischenzeit war Nostromo mit einem Blitzschlag am Hafen gelandet und blickte sich verwirrt an den Piers um. Zu dämlich, sich aus dem ganzen einen Reim zu machen, drehte er alsbald wieder um und strolchte schulterzuckend ebenfalls zum Haus zurück.
Dort war das gesamte Personal in Aufruhr. Während die eine Hälfte treu an der Seite ihres rechtmäßigen Schutzprätors Yuan stand, unterstützte die andere Hälfte die Ansprüche des Usurpators Kasim. Da man unfähig war, diese Angelegenheit zu klären, wurde der Vogtvikar aufgesucht, um Licht ins Dunkle zu bringen. Ganz der lässige Hund, der er nun einmal war, erzählte der oberste Phexgeweihte, dass er Erinnerungen an das Einsetzen sowohl Yuans als auch Kasims als Schutzprätor habe. Aus unerfindlichen Gründen schien er von dem Novadi jedoch eine bessere Meinung zu haben. Mit Verhandlungsgeschick und Unverschämtheit handelte Yuan aus, dass er vom Amt des Schutzprätors zurücktreten würde, wenn ihm im Gegenzug der Gewinn ersetzt werden würde, den er in den nächsten 11 Monaten des Schutzprätordaseins würde eingestrichen haben. Wenige Minuten später und um 6000 Dukaten sowie die Besitzurkunde Myrmidions reicher verliessen Nostromo und Yuan fröhlich pfeifend das Haus des Vogtvikars. Die ganze Nacht über diskutierte man intensiv mit den Neuankömmlingen und verglich die alternativen Versionen der Realität sowie die kreativen Einfälle beider Gruppen, sich die Taschen mit Gold zu füllen. Man war sich rasch handelseinig, dass Yuan und Nostromo als „Wächter des Friedens“ weiter für die Stadt bzw. die Schatztruhe des Schutzprätors arbeiten würden und im Gegenzug einen Anteil an den Einnahmen erhalten würden.