Südmeerkampagne 30. und 31. Kapitel – Die Sieben Tage von Chorhop Teil II

Ort der Handlung: Bizarro-Chorhop
3.-5. Rahja
Endlich war es soweit, das größte gesellschaftliche Ereignis der Stadt Chorhop: Das Fest des Schutzprätors und alle, alle waren gekommen. Bis auf die Armen und Hässlichen, die wurden natürlich nicht reingelassen, aber die Creme de la Creme der Stadt hatte sich in der Prätorenvilla eingefunden, um das Pferderennen, die köstlichen Speisen, die auserlesenen Getränke und die geistreichen Gespräche zu geniessen. Und bärenstark fing die Feier an. Nach einer ebenso rührenden wie humorvollen Willkommensrede Kasims machten platzierten sich die Gäste auf der Tribüne und fieberten dem ersten Rennen entgegen. Hier gab sich Kasim persönlich die Ehre und trat auf seinem dreibeinigen Maulesel an. Wider Erwarten waren die unauffällig im Publikum platzierten Armbrustschützen jedoch gar nicht nötig, denn ohne viele Mühe trug das sogenannte Pferd seinen Besitzer mit einem ordentlichen Vorsprung über die Ziellinie. Erstaunt betrachtete der Schutzprätor sein Ross erneut und erkannte nun im besseren Licht der Mittagssonne, dass es sich hierbei wohl doch um ein reinrassiges Shadifpferd handelte und nicht, wie vorher vermutet, um den nächsten Auftrag des Abdeckers. Riesig war der Jubel auf den Rängen, noch riesiger der Jubel des Vogtvikars, der einen ansehnlichen Batzen Dukaten gemacht hatte, da er auf den kompletten Aussenseiter Kasim gesetzt hatte. Nach diesem schweisstreibenden und aufregenden Rennen begaben sich die Gäste erneut in die Villa, um vor dem nächsten Rennen eine kleine Erfrischung zu sich zu nehmen. Eine vollkommene Feier also. Die kleinen Unstimmigkeiten, die darauf folgten, sind eigentlich gar nicht der Rede wert, denn was ist schon perfekt? Um der Chronistenpflicht nachzukommen sollen sie hier dennoch aufgeführt werden, auch wenn sie nicht den Hauch eines Schatten auf die Großartigkeit dieses Festes werfen können.

Während sich der Schutzprätor mit wohlgewählten Worten an sein Publikum wandte und die Eröffnung des prachtvollen Buffets einleitete, wurden Yuan, Nostromo und Myrmidion von einer Wache mit dem geheimen Kennwort „SPEEEEEER!“ gerufen. Wie die aufgelöste Wache berichtete, war ein aufgebrachter Trupp Bettler auf der Suche nach einem kleingewachsenen Halunken, der zwei der Ihren vergiftet hatte. Kalt wie Eis befahl Yuan dem Zyklopäer, sich rasch zu verstecken und rannte dann mit Nostromo im Kielwasser vor das Haus, wo sich bereits etwa 30 Bettler in der Verkleidung „Wütender Mob“ inklusive Knüppeln und Steinen versammelt hatte. Da dies nicht im Geringsten zum Thema der Feier „1001 Nacht“ passte, wurde den wilden Gesellen natürlich der Eintritt verwehrt, was diese beinahe über die Schwelle zum „Tobsüchtigen Mob“ brachte. Diplomatisch machte sich Yuan daran, die Rüpel zu vertreiben und stürzte sich, als durch tieffliegende Pflastersteine die Fenster der Villa zu Bruch gingen, in das Getümmel. Die Handvoll Wachen und Nostromo hingegen bildeten eine menschliche Mauer, um das Eigentum des Prätors zu schützen. Yuans Plan ging vollkommen auf und innerhalb von wenigen Sekunden lag der in ein ehemals prächtiges Pfauenkostüm gekleidete ehemalige Prätor im Dreck der Straße und freundete sich mit Staub und Kot an. Von diesem Erfolg ermutigt trat ein vorwitziger Rädelsführer näher an die Wachen heran und forderte krakeelend die Herausgabe des Verantwortlichen für den Tod zweier ihrer Kameraden. Nun war das Maß jedoch voll. Scheiben einwerfen, schön und gut. Yuan vermöbeln, meinetwegen, aber große Töne spucken und auch noch Myrmidion lynchen wollen, das schlug dem Fass den Boden aus. Mit bedrohlichem Blick zog die Wache und Nostromo blank und rückte entschlossen gegen das Großmaul vor, der plötzlich merkte, dass sein Knüppelchen wohl eher als Feuerholz denn als ernsthafte Waffe taugte und rasch verteilte sich die Bande in alle Winde. Beherzt schlenderten die Gardisten hinterher, bedacht, es nicht doch noch zu einer Konfrontation kommen zu lassen und kassierte zwei der Bettler, die aufgrund akuter Lahmheit bzw. Einbeinigkeit nicht schnell genug weglaufen konnten, ein. Danach wurde der schmutzige Pfau ins Innere des Hauses gebracht und mit Hilfe eines starken Schnaps aufgeweckt.

Yuan kam gerade rechtzeitig zu sich, um mitzubekommen, wie Kasim das Buffet eröffnete und den ersten Löffel Wachteleischaumspeise verdrückte. Kurz darauf trat ein erstaunlicher Farbwechsel auf. Während das sonnengebräunte Gesicht des Schutzprätors schlagartig weiß wurde, kam es bei seiner Hose zum genau gegenteiligen Effekt. Noch bevor die restlichen Gäste, sowieso schon wütend über den Angriff der Bettler, diese erstaunliche Darbietung goutieren konnten, sprang erst Yuan in die Bresche und dann Kasim auf den Abort. Mit erstaunlichem Geschick überzeugte er die hohen Herrschaften davon, dass das Essen wohl doch nicht gegessen werden könne, da es nicht dem Thema der Feier entspräche. Ein solcher Stilbruch sei nicht hinzunehmen, novadisch-tulamidische Küche würde aber bald nachgeliefert werden. In der Zwischenzeit hatte Nostromo den völlig aufgelösten Fetenorganisator etwas Verstand in den Leib geschüttelt und ihn beauftragt, beim nächsten novadischen Restaurant Essen zu holen. Die Lage schien sich zu beruhigen, doch als sich Yuan auf die Suche nach dem Gastgeber machte und dieser ohnmächtig mit heruntergelassener Hose auf dem stillen Örtchen gefunden wurde, in einer Wolke miasmatischen Gestankes geradezu badend, verabschiedeten sich die Gäste unter fadenscheinigsten Gründen rasch und innerhalb kürzester Zeit war die Feier so tot wie die beiden Vorkosterbettler. „Die Spiele müssen weitergehen, das sind wir der Idee des Festes schuldig!“, stellte Yuan ganz richtig fest und so wurden die restlichen Rennen, wenn auch mit geringerer Besetzung, noch rasch abgehandelt. Der Gewinner des Freilos war daher auch so unwichtig wie unbekannt. Trotzdem bekam er seinen Preis mit allem Nostromo zur Verfügung stehenden Enthusiasmus überreicht („Euer Gewinn, hier!“), bevor die Feier beendet wurde. Wie erwähnt waren es also nur kleine Steinchen, ja Sandkörnchen im ansonsten perfekt ablaufenden Uhrwerk des Festes. Eines Festes, von dem man sicherlich in vielen Jahren auch noch sprechen würde.

Nachdem das Geraffel endlich die Biege gemacht hatte, konnte man endlich daran gehen, die mysteriösen Vorgänge zu untersuchen. Ein Medicus war bald eingetroffen und konstatierte eine Vergiftung durch eitrigen Krötenschemel bei Kasim, einem extrem schwierig herzustellenden Gift. Die gute Nachricht war jedoch, dass es in der Regel zwar extrem unangenehm, selten jedoch tödlich wirkte. Sofort wurden die Würfelspiele Yuans und Nostromos um die Nachfolge des Schutzprätors unterbrochen und man machte sich auf, den Vergifter zu suchen. Bei einem derart seltenen Gift würde es sicherlich wenige Verkäufer geben, so dass sich der Übeltäter sicherlich bald würde finden lassen. Vor einer Befragung der Alchemisten der Stadt musste jedoch zuerst Myrmidion gefunden werden, was sich als schwerer herausstellte, als gedacht. Dieser war nämlich in seinem Versteck aus Langeweile eingeschlafen und tauchte für geraume Zeit nicht mehr auf. Erst nach einer Stunde stand er plötzlich neben den Suchenden und bot seine Hilfe an, das Gesuchte zu finden. Mittlerweile hatte man jedoch genug von den Kaspereien und flitzte zum Alchemistengrolm, der für einige Dukaten schnell auch das erste, tödliche Gift identifiziert hatte. Dieses, Kukris, war ein extrem teures, aber in der Gegend nicht ganz so seltenes Gift aus einer Seidenliane. Eitriger Krötenschemel stellte sich als ein Gift heraus, das jeder Alchemistenlehrlingsgehilfenbruder aus dem überall wachsenden Krötenschemel brauen konnte. Lieder verliefen die Versuche, erst an den Ver-, dann an den Käufer zu kommen, im Sande. Dafür fand man jedoch nach weiterem Suchen die Ursache der Vergiftung: Das Basilikum des Kochs a.D. enthielt nicht nur das namensgebende Gewürz, sondern auch noch die aufregende Substanz K wie Kukris. Da würde sich doch etwas ergeben, schlussfolgerte man schlau und ging dann ins Bett.

Der nächste Morgen stand ganz im Zeichen der Wäsche. Zum Einen musste das Haus gereinigt werden, um die Feierspuren zu beseitigen, zum Anderen Kasim jede Viertelstunde und zuletzt war eine ausgiebige Kopfwäsche Myrmidions von Nöten. Auch wenn sich Yuan und Nostromo alle Mühe gaben, ihm klarzumachen, was er getan hatte, nämlich aus einer Laune heraus zwei Menschen vergiftet, war nicht ersichtlich, dass irgendetwas davon in den Kopf des sprunghaften Matrosen drang. Yuan entschied daher, ihn zum Efferdtempel zu bringen, wo er seine Missetat den Geweihten beichten und um eine angemessene Strafte bitten sollte. Dies tat er auch auf die umständlich möglichste Art und Weise und rückte mit der Wahrheit nur recht zögerlich heraus, was Bruder Efferdan zu Entsetzen und Bruder Efferdin zu einem Zornesausbruch brachte. Ein eingeschüchterter Myrmidion wurde daher angewiesen, in einigen Tagen zusammen mit seinem Herrn, Yuan, im Tempel einzutreffen und dort die von Efferd in einer Vision offenbarte Bestrafung zu empfangen.

Währenddessen hatten die Wächter des Friedens eine heiße Spur aufgenommen, waren über den Gewürzlieferanten des Kochs zu einem Boten des Gewürzlieferanten gelangt und hatten durch dessen Aussage, er habe Geld bekommen, um das Basilikum mit einem grünleuchtenden, ätzend riechenden und an den Fingern brennenden Pulver zu mischen (Aber ich wusste doch nicht, dass das was Schlimmes sein könnte!) an die Beschreibung des Auftraggebers gelangt. Ein bärtiger, älterer Novadi, den er auch schon im Viertel gesehen hatte. Gerade wollte man den Schutzprätor verhaften, da ging es den beiden auf, dass diese Beschreibung auf gefühlt 25 Prozent aller in der Stadt beheimateten Novadis zutrifft. Yuan und Nostromo wollten gerade damit anfangen, den nutzlosen Botenjungen durch eindringlichere Befragung davon überzeugen, verwertbarere Informationen auszuspucken, da fiel dem Trottel noch ein, dass dieser Auftraggeber oft mit dem Handelsprätor duch das Viertel laufen würde. Einen Moment war das Befragungsteam ratlos. Handelsprätor? Gab es so etwas überhaupt oder wollte der Bengel nur seine Haut retten? Davon hätte man doch bestimmt gehört, wenn es so einen Prätor geben würde. Netter Versuch, aber keine Punkte! Glücklicherweise waren die Charaktere aber mit einem besseren Erinnerungsvermögen ausgestattet, als die Spieler und so fiel ihnen auf einmal ein, dass es diesen Posten tatsächlich gab und man die Person dahinter sogar schon kennengelernt hatte. Der Handelsprätor war niemand anderes, als der Hairan Tabaluga! Und wie es der Zufall wollte, war dessen Feier an genau diesem Abend! Den Zwölfen sei Dank war Kasim mittlerweile wieder auf den Beinen und so wurde ein Plan geschmiedet, den Vergifter am Abend zu enttarnen und zu verhaften. Leider stellte sich jedoch heraus, dass vor dem Palast des Handelsprätors nicht die üblichen desinteressierten und inkompetenten Stadtwachen, sondern 20 gutausgerüstete novadische Panzerreiter standen, die niemanden mit einer Waffe länger als ein Zahnstocher auf die Feier lassen wollten. Der Truppe schwante Böses! Die Mächtigen der Stadt, unbewaffnet im festungsartigen Palast des Vorgesetzten des mutmaßlichen Vergifters, der auch noch just an diesem Tag ein Kontingent Reiter in die Stadt hatte kommen lassen? Natürlich, Zufälle gibt es immer wieder, aber lieber einmal zu vorsichtig, als einmal tot. Entsprechend nahmen nur Kasim und Myrmidion an der Feier teil, während Yuan und Nostromo die Stadtwache herbeizitierten und auf dem Platz vor dem Palast herumlungern ließ. Beim ersten Anzeichen eines Putsches würde diese hervorragend ausgebild… hervorragend ausgerüstet… hervorragend motiviert…… diese… Truppe! sich auf die Panzerreiter stürzen und die hohen Herrschaften retten. Im Verbund mit den Matrosen vom Schiff Kasims und Xanteros würden die Angreifer so wenigstens das Überraschungsmoment auf seiner Seite haben. Zumindest war dies der Plan, der in der Hoffnung gemacht wurde, dass nie die Notwendigkeit bestehen würde, ihn auch durchzuführen.

Im Inneren hatte Myrmidion bald Freundschaft mit vielen Novadis geschlossen und herausgefunden, dass der mutmaßliche Auftraggeber der Mawdli des Handelsprätors war. Kasim konfrontierte die beiden mit dem Verdacht und nach einigem Taktieren gab der novadische Rechtsgelehrte zu, dass er das Essen während der Feier des Schutzprätors mit Krötenschemel vergiftet habe. Kukris wurde dabei gar nicht erst aufs Tapet gebracht und sein Motiv, er habe damit zeigen wollen, dass das unnovadische Gericht, das er vergiftet hatte, von Rastullah verflucht sei, war so durchsichtig wie das Haupthaar Nostromos. Der Mawdli wurde daraufhin von Kasim und Myrmidion in die Kaserne gebracht, während der Rest der Wache inklusive Yuan und Nostromo in einer nahegelegenen Schenke das Bier fließen ließ. Schnell hatten sich die beiden Thorwaler aus der Mannschaft von Kasim mit Einheimischen angelegt und innerhalb weniger Minuten waren sämtliche Gäste der Kneipe in eine zünftige Schlägerei verwickelt. Soweit so gut, doch dann ließ sich einer der bösartigen Gäste dazu herab, den Einsatz zu erhöhen und schmetterte einen mit metallenen Nieten versehenen Bierkrug auf den Kopf von Nostromo, der daraufhin seine Axt zog und dem nun plötzlich kleinlaut Fliehenden hinterhersetzte. Kurz darauf floh die halbe Belegschaft (sämtliche Einheimische), darunter bedauerlicherweise auch der hinterhältige Krugschläger und die siegreichen Gardisten verhafteten jeden, der zu ohnmächtig war, um abhauen zu können. Im Siegeszug brachte man die Gefangenen ebenfalls in die Kaserne und sperrte sie in den Käfig neben den Mawdli mit der dringlichen Bitte, diesen in Ruhe zu lassen.

Während dieser ganzen Angelegenheit hatte Kasim mehr Informationen aus dem Mawdli herausbekommen und den wahren Hintergrund herausfinden können. Auch dieser Novadi gehörte zum Bund der goldenen Morgenröte (osä) und wollte die Stadt Chorhop zu einem Kalifat machen. Sein Plan war gewesen, den Vogtvikar, der unter allen Prätorenfeiern nur diese besuchen würde, zu vergiften. Ohne dieses Stadtoberhaupt wäre es ein Leichtes gewesen, einen Kalifen einzusetzen und die Macht an sich zu reissen. Ob Kasim, als Novadibruder, nicht vielleicht auch dem Bund beitreten wolle?, zwinkerte der fiese Alte dem Schutzprätor zu. Dieser blieb jedoch diplomatisch, lehnte weder ab noch sagte er zu und verfrachtete den Attentäter in die Zelle.

Mit vollem Kerker ging der Tag zu Ende und erschöpft fielen die tapferen Wächter der Stadt in ihre Betten, wohlwissend, dass der nächste Morgen viele Gespräche und Pläne bringen würde. Wie sollte man mit der Situation umgehen? Wer war noch Mitglied in diesem ominösen Bund? Sollte man ihn infiltrieren? Musste der Vogtvikar davon in Kenntnis gesetzt werden? Fragen über Fragen, die sich erst am nächsten Tag würden beantworten lassen.

Doch bevor man sich mit diesen Problemen befassen konnte, stand noch vor dem Frühstück ein debiler Bote auf der Matte und quakte herum, dass sich der Prätor umgehendst um das Verschwinden des Gladiators Alrik kümmern müsse der, im Finale der alljährlichen Gladiatiorenspiele stehend, seit einem Tag verschwunden war. Den Zwölfen sei Dank, dass derartig wichtige Aufgaben vom Prätor persönlich übernommen werden mussten. Nicht auszudenken, wo die Stadt hinkäme, wenn ausgewachsene, muskulöse, kampferprobte und mutige Männer einfach mal einen Tag verschwänden! Ein Fall für das schnelle Einsatzkommando der Stadtwache.

Pro:
– Die Kerker sind voll
– Die Wache musste erneut nicht kämpfen und konnte somit auch nicht aufgerieben werden

Contra:
– Die Verschwörung ist nicht aufgedeckt
– Die Feier war ziemlich scheisse
– Myrmidion sollte nicht alleine in dunklen Gassen rumschwirren

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Südmeerkampagne 28. und 29. Kapitel – Die Sieben Tage von Chorhop Teil I

Ort der Handlung: Bizarro-Chorhop
2-3. Rahja
Nachdem die Formalitäten zwischen den doppelten Schutzprätorlottchen geklärt waren, stand nun ernsthaftes Geldscheffeln auf der Tagesordnung. Doch ehe auch nur ein einzelner roter Kreuzer verdient werden konnte, überzeugte uns der Haussekretär Praiopiro erneut von seiner Loyalität, Voraussicht und Planungskompetenz. „Achso, wegen dieser Chorhopkarnevalsgeschichte. Da muss jeder Prätor auch eine dicke Sause organisieren. Eure ist übermorgen dran und ich nehme ab genau jetzt meinen restlichen Jahresurlaub. Machts gut die Herren!“ Bevor sich der wieselige Sekretarius jedoch aus dem Staub machen konnte, hatte der neue Schutzprätor Kasim bereits die magischen Worte „Urlaubssperre auf unbestimmte Zeit!“ ausgesprochen und so musste Praiopiro sich nun ebenfalls an der leicht hektischen Organisation des Schutzprätorenfestes beteiligen. Innerhalb von nur wenigen Stunden (es können höchstens 8 oder 10 gewesen sein) hatten Kasim und Xantero das Konzept einer „Tausendundeine Nacht Feier“ mit integriertem Pferderennen durch die Straßen der Stadt ausgefeilt, sehr zur Unfreude von Myrmidion und Nostromo, deren Plan „Nackte Frauen“ trotz permanenten Aufs-Tapet-bringens“ berechtigterweise ignoriert wurde. In aller Eile wurde eine Tribüne in Auftrag gegeben die den eh überflüssigen Zierblumenbereich mit seinen aus ganz Aventurien zusammengetragenen einzigartigen Lippenblütlern im Garten des Schutzprätors ersetzen würde und deren Fertigstellung, nach Aussage der Bauarbeiterfirma „Pistor und Gerrarius – Schweinetröge aller Art“, auf gar keinen Fall länger als allerhöchstens, also bestimmt nicht mehr als… wird schon gutgehen! dauern würde. Als Preis für das großartige Rennen wurde ein Freilos für die nächstjährige Prätorenlotterie ausgelobt. Danach erinnerte man sich daran, dass man ein solches Los gar nicht besaß und machte sich daher auf, dem Vogtvikar Zeforika ein solches aus den Rippen zu leiern. Mit höchster Freude erfuhr der oberste Phexgeweihte der Stadt von diesem vorzüglichen Plan und händigte der Gruppe auf der Stelle das Los aus. Dachte man zuerst, doch das überreichte Blatt war dann doch eher ein extrem vertrackter Vertrag, mit dem dem Vogtvikar die Erlaubnis gegeben wurde, den Wettbetrieb für das Pferderennen zu betreiben sowie die Zusicherung von Kasim, ihm einen Gefallen zu erweisen. Erst danach wurde der zukünftige Preis in Empfang genommen und die Laube war beinahe rund.

Auf Anraten Zeforikas stellte Kasim für die weitere Organisation den drittbesten Festivitätenplaner der Stadt ein, einen horasischen Pinkel, wie er im Buche steht und dieser machte sich rasch auf, die Speisereihenfolge, Getränkeauswahl, Kurtisanen und Kurtisaneriche sowie neue Vorhänge für den Prätorenpalast zu besorgen. In der Zwischenzeit hatte man sich mit dem Würfelmeister geeinigt, diesem gegen lediglich ein Drittel der Einnahmen (im Gegensatz zum geforderten unverschämt hohen Viertel!) den Wettbetrieb für das Pferderennen zu überlassen. Wem es vorkommt, dass sich das ähnlich anhört, wie das Geschäft mit dem Vogtvikar, hat Recht. Aber Konkurrenz belebt ja das Geschäft und Herr Zeforika ist weit über die Grenzen Chorhops hinaus bekannt dafür, einen verschmitzten Sinn für Humor zu haben. Zumindest hoffte man das. Um weiteres Geld zu verdienen, wurden noch Eintrittskarten für die Tribüne sowie Startplätze für das Rennen verkauft und siehe da: die Silbertaler rollten eifrig in das Beutelchen des Schutzprätors hinein! Damit es den kleinen Schlingeln nicht so eng wurde im engen Ledergefängnis, ließ Kasim im gleichen Maße Dukaten herausrollen, um Tribüne, Organisator, Essen, Vorhänge, Getränke, Kloreinigung, Flugblätter und weiß der Scheitan was noch zu bezahlen. Bisher sah die ganze Geschichte nach einem argen Verlustgeschäft aus!

Doch auf den Haufen Ärgernis setzte die Kriegsprätorin das stinkende Krönchen auf. Kackendreist verlangte sie die Bereitstellung von 30 Mann der Garde, um den zu erwartenden Strom der Besucher an den Toren der Stadt auch hinreichend kontrollieren zu können. Dies biss sich ein wenig mit der Idee, 20 Mann der Wache an der Rennstrecke abzustellen, um zu verhindern, dass Klein-Alrik unter den trommelnden Hufen der Reiter zu einem blutigen Matsch zerrieben werden würde. Trotz höchster Beredsamkeit „Das dürft ihr nicht. Die geben wir euch nicht. Das ist bestimmt verboten. Päpäpäpäpäää!“ war genau das nicht nur nicht verboten, sondern sogar ausdrücklich erlaubt und somit unabwendbar. Triumphierend wedelte die Kriegsprätorin mit dem entsprechenden Absatz der Chorhoper Verfassung vor der Nase Kasims herum und machte sich danach mit stolzgeschwellter Brust von dannen. Angesichts der arg knappen Personaldecke wurden daher kurzerhand irgendwelche Yareks und Alwines aus den Kneipen geholt und kurzzeitig in die Wache aufgenommen, um das Gardistenloch zu füllen. Obwohl wirklich jeder genommen wurde, der zumindest grob in eine befohlene Richtung gehen konnte, reichte es jedoch immer noch nicht. Verzweiflung machte sich breit, dann Trotz doch in dem Moment kam die Rettung in Form des Sekretärs der Schutzprätorin, der für die popelige Summe von 200 Dukaten 20 der Gardisten an uns zurückführen würde. Ein ausgezeichnetes Geschäft, das von Xantero durchgeführt wurde. Noch ausgezeichneter war, dass man diese Art von Bestechung sicherlich gegen die Schutzprätorin würde wenden können… Ein entsprechender Plan wurde kurz skizziert und für spätere Verwendung in Ablage 2 des Schutzprätorenschreibtischs abgelegt. Dieser hatte in der Zwischenzeit seine 12 Matrosen als Streckenposten eingeteilt, so dass mithin alles in trockenen Tüchern war. Der Kopf schwirrte der Orgagruppe hinreichend, als gegen Abend sämtliche Vorbereitungen abgeschlossen waren und so war man nur allzu froh, dass an diesem Abend zur Zerstreuung das Fest im Palazzo des Würfelprätors stattfinden würde. Für das lächerliche Sümmchen von 150 Dukaten hatte sich Yuan ein Kostüm als der edelste aller Vögel gekauft und stolzierte nun als prächtiger Pfau auf das Kostümfest. Stilsicher und immer am Nerv der Zeit hatten sich Myrmidion und Nostromo als Seemänner verkleidet (was den großen Vorteil hatte, dass sie einfach ihre übliche Kleidung anbehalten konnten), während Kasim und Xantero mit ihren Kostümen als Novadi bzw. Gladiator höchste Achtung bei den anderen Gästen erfuhren. Der große Trom, Würfelprätor und also Gastgeber in einer Person drückte jedem seiner geladenen Gäste fünf sogenannte Jetons im Gesamtwert von 50 Dukaten in die Hand und entließ die Gruppe dann in den Trubel seiner Feier. Und was wurde dort geboten! Kartenspiele, Würfelspiele, Glücksspiele, Roulette, ja, in einem abgelegenen Séparée wurde gar das im restlichen Aventurien aufgrund zu großer Sinnesfreude verbotene „Spitz pass auf!“ ausgelassen zelebriert. Bei den Zwölfen, die Originalität des Würfelprätors kannte keine Beschränkung, Glücksspiele! In Chorhop! Das gab es sonst nur an den restlichen 364 Tagen des Jahres! Vollkommen fassungslos ob dieser Genialität vermehrfachte Diego innerhalb kürzester Zeit seinen Einsatz, während Yuan beim Kartenspiel die unglaubliche Summe von 6 Dukaten gewann! Myrmidion hatte hingegen sein Auge auf die Hostessen geworfen und ließ seinen zyklopäischen Charme spielen. „Na! Wie siehts aus, hääää?“ Nach langem Herumgezwinker und eindeutigen Handbewegungen fiel bei den Damen endlich der Groschen und um eine seiner 5 Jetons erleichtert machte sich Myrmidion mit einer der Damen ins Hinterzimmer auf, nicht jedoch bevor er seine restlichen Jetons seinem aktuellen Besitzer in die Hand drückte. Rasch hatte auch Nostromo seine Chips an 5 Damen verteilt und verschwand ebenfalls im ruhigeren Teil des Gebäudes.

In der Zwischenzeit kam Kapitän Yuan der hervorragende Gedanke, dass sich so eine Feier ganz famos zum Netzwerken eignen würde und scharwenzelte so in den Raucherraum im oberen Stockwerk um dort Phyllis, Besitzerin eines gutgehenden Pfandhaus, anzubaggern. Hier bewies sich die geballte Macht des Pfaus als hilfreich, denn trotzdem er regelmäßig würgend abhustete, konnte er ein kleines Geschäft mit der Dame machen, die ein Problem mit einigen Besitzern verschiedener Pfandgegenstände hatte. Unter Führung des zwielichtigen Maraskaners, den Yuan in Normalo-Chorhop als Hauptmann der Wache eingestellt hatte, würde sich eine Gruppe schlagkräftiger Gesellen um dieses Problem kümmern. Langsam plätscherte der Abend aus, und vollkommen erschöpft wankte die Gesellschaft heim.

Am nächsten Tag fiel dann auf, dass dies der große Tag der Schutzprätorensause sein würde, aber trotz eines großen Schlaf- und Eiweißmangels würde man sein bestes geben, dieses Fest unvergesslich zu machen! Glücklicherweise stand die Tribüne bereits und machte auch den Eindruck, dass sie nicht umfallen würde. Jedenfalls, solange sich ihr niemand näherte, aber das war ja schon gut genug. Die positiven Nachrichten endeten jedoch bereits hier, als ein lautes Gekreische aus der Küche klang. Rasch stürzte man herbei und sah eine Küchenhilfe, die laut das Ableben des Kochs beklagte. Dieser lag, mit Schaum vor dem Mund, vor den aufgetischten Gerichten und rührte sich nicht mehr. Ruhiges Zureden ergab, dass der Herr Koch a.D. gerade einen letzten Geschmackstest seiner Kreationen machen wollte, nach dem 6. Gericht jedoch mit ebendiesem Schaum vorm Gesicht zusammengesackt war. Gift! Doch welche Speise war es, die vergiftet worden war? Und wie sollte man das herausfinden? Konfusion herrschte in der Küche und Myrmidion tat, was er immer tat: Das Erstbeste! Schnell hatte er 6 Bettler aufgetrieben und ließ jeden von ihnen eines der ersten sechs Gerichte probieren bevor er sie wieder fortschickte. Dann fiel ihm ein, dass das Gift eventuell nicht so rasch wirkte und er rannte auf die Straße, um die Bettler wiederzufinden, was ihm jedoch nur teilweise gelang. Zum Glück war unter denen die er fand auch der Vergiftete, der in der Nähe am Straßenrand lag und ebenfalls Schaum vor dem Mund hatte. Myrmidion zog ihn ein wenig weiter ins Gebüsch und verkündetet danach freudenstrahlend in die fassungslosen Gesichter der Gruppe, dass wohl die Hühnersuppe, Gericht Nummer zwei, unbekömmlich sei. Noch etwas konfus überprüfte Nostromo die These mit zwei Straßenkötern, die ebenfalls an der Suppe verröchelten. Der Festivitätenplaner ließ allerdings dann doch sämtliche Gerichte wegwerfen (bis auf die Hühnersuppe, die von Nostromo für eine eventuelle spätere Verwendung schön in Tupperware verpackt wurde) und peitschte die Küchenhilfen an, neues Essen für die Feier herzustellen. Dieses würde zwar weniger raffiniert ausfallen, aber lieber nur 5 Nachspeisen, als 5 Nachrufe verfassen zu müssen.

Pro:
– Der Giftanschlag wurde rechtzeitig entdeckt

Contra:
– Ausser Spesen bisher nichts gewesen

Südmeerkampagne 27. Kapitel – Verkehrte Welt

Ort der Handlung: Bizarro-Chorhop
1. Rahja
Kaum hatte man sich mit dem guten Gefühl, einen Haufen Geld verdient zu haben in die weichen Betten gelegt, wurde die Gruppe auch bereits wieder abrupt geweckt. Ein niederhöllisches Unwetter ging über der Stadt und dem Umland nieder und riss die Einwohner aus Borons Armen. Verwirrt schauten sich Yuan und Nostromo die Wetterkapriolen an und waren vollends verblüfft, als sie purpurne Blitze über das Firmament zucken sahen. Das wirkte nicht wie das Wald- und Wiesengewitter, das sich sonst in der Gegend herumtrieb, nein, dieses besass eindeutig eine überderische Qualität! Rasch wurde Praiopiri herbeizitiert, um zu erfahren, was es mit diesem Wetterphänomen auf sich hatte, doch der Sekretär des Schutzprätors erkannte schien seinen eigenen Herren nicht mehr zu erkennen und redete wirres Zeug. Mit strammem Schritt begab man sich daraufhin zur Wache und erreichte diese innerhalb eines Blitzschlages. Verwundert inspizierte der Schutzprätor die Wache, wo eine ihm völlig unbekannte Hauptfrau das Regiment führte. Die gut in hochprozentigen Getränken eingelegte Soldatin erkannte jedoch sofort den ihr vorgesetzten Schutzprätor und salutierte schwankend. Die Mutmaßung, dass es sich hier um einen elaborierten Schabernack handelte lag nahe, wurde jedoch ob des unglaublich hohen Aufwandes verworfen, der nötig war, um spontane Teleportationen durchzuführen. Während man aufgeregt palavernd zurück zum Haus des Schutzprätors lief, zuckte erneut ein Blitz und diesmal stand Yuan augenblicklich vor dem Stadttor, an dem sich gerade zwei unbekannte Gestalten mit der Wache herumstritten. Ein Novadi diskutierte gerade mit einem der Soldaten, dass er der Schutzprätor sei und durchgelassen werden wolle. Während die eine Wache Haltung vor dem Betrüger annahm, wollte die zweite diesen nicht in die Stadt lassen. Nach einigem Hin und Her einigten sich Yuan und Kasim, der Novadi, darauf, in Begleitung des zweiten Fremden, Xantero, zum Haus des Schutzprätors zurückzukehren und dort diese missliche Lage näher zu beratschlagen. In der Zwischenzeit war Nostromo mit einem Blitzschlag am Hafen gelandet und blickte sich verwirrt an den Piers um. Zu dämlich, sich aus dem ganzen einen Reim zu machen, drehte er alsbald wieder um und strolche schulterzuckend ebenfalls zum Haus zurück.
Dort war das gesamte Personal in Aufruhr. Während die eine Hälfte treu an der Seite ihres rechtmäßigen Schutzprätors Yuan stand, unterstützte die andere Hälfte die Ansprüche des Usurpators. Da man unfähig war, diese Angelegenheit zu klären, wurde der Vogtvikar aufgesucht, um Licht ins Dunkle zu bringen. Ganz der lässige Hund, der er nun einmal war, erzählte der oberste Phexgeweihte, dass er Erinnerungen an das Einsetzen sowohl Yuans als auch Kasims als Schutzprätor habe. Aus unerfindlichen Gründen schien er von dem Novadi jedoch eine bessere Meinung zu haben. Mit Verhandlungsgeschick und Unverschämtheit handelte Yuan aus, dass er vom Amt des Schutzprätors zurücktreten würde, wenn ihm im Gegenzug der Gewinn ersetzt werden würde, den er in den nächsten 11 Monaten des Schutzprätordaseins würde eingestrichen haben. Wenige Minuten später und um 6000 Dukaten sowie die Besitzurkunde Myrmidions reicher verliessen Nostromo und Yuan fröhlich pfeifend das Haus des Vogtvikars. Die ganze Nacht über diskutierte man intensiv mit den Neuankömmlingen und verglich die alternativen Versionen der Realität sowie die kreativen Einfälle beider Gruppen, sich die Taschen mit Gold zu füllen. Man war sich rasch handelseinig, dass Yuan und Nostromo als „Wächter des Friedens“ weiter für die Stadt bzw. die Schatztruhe des Schutzprätors arbeiten würden und im Gegenzug einen Anteil an den Einnahmen erhalten würden.

Südmeerkampagne 26. Kapitel – Tjalf über Bord

Ort der Handlung: Nasha und Chorhop
24. Travia – 31. Travia

Nachdem die letzte Episode die Mannschaft in einer schwierigen Situation zurückgelassen hatte, begann die aktuelle Episode direkt mit dem Wechsel von Säbelstreichen und Bolzen. Stark in Unterzahl kämpften die wenigen Hanseln der Stadtwache von Chorhop die es auf das Piratenschiff geschafft hatte gegen hochmotivierte und gutausgerüstete Gegner. Mit einer fliessenden Handbewegung schleuderte der flinke Difar einen vergifteten Borndorn auf Nostromo, bevor er sich mit seinem Kurzschwert in den Nahkampf mit dem Utulu stürzte. Während links und rechts die Stadtwache unter den Hieben der Piraten niederging, gab die im Ruderboot verbliebene Kriegsprätorin die Anweisung, das Boot vom Piratenschiff wegzuschaffen und wieder zur Stadt zurückzukehren. Wenige strategische Entscheidungen in der Geschichte Aventuriens waren von geringerer Intelligenz. Nicht nur liess sie so die Hälfte ihrer Männer auf dem gegnerischen Schiff gestrandet zurück, nein, sie ruderte auch noch lustig in die Feuerbereiche der Rotzen der anderen beiden Piratenschiffe hinein.

Myrmidion erkannte die Idiotie der Kriegsprätorin sofort und handelte rasch, in dem er seine Peitsche schnalzen liess. Leider gelang es ihm, seine Peitsche so an einem Piratenschiffsvorsprung zu verhaken. Es wäre besser gewesen, er hätte verfehlt und die Prätorin ausgepeitscht. So jedenfalls versuchte er erneut, sich aufs Deck hinaufzuhangeln, was ihm angesichts seiner schwächlichen Ärmchen jedoch nicht gelang. Unglücklicherweise bewegte sich gleichzeitig das Ruderboot fort, so dass er innerhalb weniger Augenblicke über dem Wasser an der Peitsche hing und nicht vorankam. Entschlossen sprang er in das lauwarme Nass und umschwamm das Schiff, um einen besseren Aufstieg zu finden.

In der Zwischenzeit hatte Nostromo ordentlich Schläge vom flinken Difar einstecken müssen, da er der Meinung war, auf Paraden zu verzichten sei sinnvoll. Im Gegenzug hatten die wuchtigen Hiebe seiner rasiermesserscharfen Axt den flinken Difar um einen Kopf kürzer gemacht. Ein Pirat am Boden, blieben noch 49 weitere! Ein rascher Blick über das Handgemenge ergab, dass sich die Stadtwachen auch nach und nach verabschiedeten während die Piraten lediglich zwei angestoßene Zehen und Tennisarme vom andauernden Einschlagen auf die Wächter abbekommen hatten. Noch die Chancen im Kopf ausrechnend, ob sich die Situation irgendwie würde drehen lassen, wurde Nostromo eines weiteren Piraten gewahr, der sich wutschnaubend aus der Kajüte zwängte. Es war Felicio Verigo, der Liebhaber des soeben verstorbenen flinken Difars. Kleine Dampfwolken stiegen aus seinen Ohren und die pochenden Zornesadern auf seiner Stirn indizierten deutlich einen emotionalen Aufruhr. Unterstützt wurde diese Schnell- und Ferndiagnose durch das klarartikulierte „BRaWAAAGRhrhhhAAAA“, dass der beinhae vor Ärger explodierende Pirat von sich gab, während er mit hocherhobenem Kriegsbeil auf Nostromo zulief. Wohlwissend, dass die Konfrontationstherapie in Fachkreisen umstritten war (vgl. Andergaster et al., 1020 BF), entschloss sich Nostromo, zu deeskalieren und sprang über Bord.
In der Zwischenzeit hatte Myrmidion sich an Deck geschlichen und fing an zu überlegen was er nun eigentlich tun sollte. Er packte eines der zahlreichen Taue der Takelage und plante, dieses durchzuschlagen und sich dann quer über das Schiff ins Kampfgetümmel tragen zu lassen. Gesagt, getan, doch irgendetwas ging an diesem Plan schief. Verwundert blickte er auf das Tauende in seiner Hand, während über ihm das restliche Tau im Dunkeln verschwand. Er schüttelte den Kopf und überarbeitete seinen Plan. Beim nächsten Mal würde er das Tau UNTERHALB seiner Hand durchschlagen…
Mit frohem Mut wurde der Plan 1b durchgeführt und diesmal sauste der kleine Zyklopäer tatsächlich nach oben… direkt in das Segel des Schiffes hinein! Gewand wie eine Katze rammte er sein Kurzschwert in das Segel und konnte so seine Fallgeschwindigkeit verringern, bis er schliesslich auf der Rahe stehenblieb. Geschickt balancierte er weiter und sprang dann aufs Deck herunter, um rasch in der Kapitänskajüte zu verschwinden. Dort schaute er sich nach dem Goldschatz um, der dank Nostromos im letzten Kapitel verpatzter Sinnenschärfeprobe hier vermutet wurde. Leider fand er nur zwei Fläschchen mit Flüssigkeiten sowie einige Seekarten bevor ihm langweilig wurde. Halbherzig versuchte er noch, das Schiff mit einer Fackel anzuzünden, was allerdings kein bisschen funktionierte und schlich sich dann ebenfalls von Bord ins Wasser.

Während dieser Eskapaden hatten die anderen Piratenschiffe ihre Rotzen bemannt und geladen und als das Ruderboot endlich soweit vom Piratenschiff entfernt war, dass Fehlschüsse dieses nicht mehr treffen würden, eröffnete man das Feuer. Heissa, was sausten die Kugeln über das Wasser und heissa, was flogen die Holzsplitter des zerschmetterten Bootes durch die Luft und heissa, was schrien die verwundeten Stadtwachen während sich ihr Ruderbötchen in Trümmer verwandelte. Myrmidion und Nostromo mussten dieses Schauspiel hilflos vom Ufer der Bucht aus ansehen. Bevor sie einen Rettungsversuch starten konnten, mussten sie sich jedoch in den Dschungel zurückziehen, denn nun näherten sich fackelbewehrte Piraten aus der Stadt dem Strand um eventuelle Überlebende des Beschusses in Empfang zu nehmen. Nach einem kurzen Abstecher über das namenlose Kaff zwischen Nasha und Chorhop (Die Dorfbewohner waren geradezu starr vor Schreck, als sie die beiden kläglichen Überlebenden der Strafexpedition gegen Nasha erblickten, konnten sich aber wieder mal nicht dazu durchringen, das unfruchtbare Land, die blutsaugenden Insekten und die Pestilenzsümpfe zu verlassen die sie ihre Heimat nannten) gelangten die beiden Überlebenden zurück in die Stadt und erstatteten dort Schutzprätor Juan Bericht. Groß war die Trauer über den Verlust von Tjalf und Diago, die mit dem Ruderboot untergegangen waren. Angesichts der desaströsen Lage und in Kenntnis des heiteren Gemüts des obersten Phexgeweihten der Stadt schickte Juan seinen Haushofmeister los, um ebendiesem Phexgeweihten ordentlich in den Arsch zu kriechen und einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren. Am Abend schliesslich schilderte Juan dem Vogtvikar seine Sicht der Dinge und bekam im Gegenzug den abgeschlagenen Kopf eines Huhns als Präsent. Auch wenn keiner der drei sonderlich phantasiebegabt war, wurde deutlich, dass ein ähnliches Schicksal dem Schutzprätor drohen würde, wenn er seinen Kram nicht in Ordnung bringen würde. Hier kam jedoch der Gruppe ein ziemlich gutes Argument in den Sinn, dem sich der Vogtvikar nicht vollends entziehen konnte. Beredt setzte Juan ihm auseinander, dass er als Schutzprätor nur für die Sicherheit der Stadt in der Reichweite eines Steinwurfs von der Stadtmauer aus zuständig sei. Entsprechend wäre das ganze unangenehme Geschäft mit Nasha ja eigentlich die Aufgabe der Kriegsprätorin welche sich im Übrigen extrem dämlich dabei angestellt habe, die Steuereinnahmen zurückzuholen. Lediglich durch die hervorragende und vollkommen uneigennützige Arbeit seiner Männer, d.h. Myrmidions und Nostromos, sei man überhaupt in der Lage gewesen, die Piratenburg mitsamt eines Haufens Piraten zu erledigen und, wäre die Kriegsprätorin auch nur ansatzweise kompetent gewesen, hätte man sogar das Flaggschiff der Piraten mitsamt deren Schatz erobern können. Jeglicher Misserfolg sei also auf die Kriegsprätorin zurückzuführen und die glorreichen Teilerfolge auf den altruistisch helfenden Schutzprätor. Phex schenkte dem Vogtvikar Einsicht und grummelnd entliess er die Gruppe.

Deren Laune hob sich noch mehr, als sie erfuhren, dass einige der Gardisten es in die Stadt zurückgeschafft hatten, darunter auch Diago! Leider auch die Kriegsprätorin, die allerdings, sehr zur Freude der Mannschaft, sofort verhaftet und in den Kerker geworfen worden war. Zur Feier der Rückkehr Diagos wurde ein rauschendes Fest im Haus des Schutzprätors ausgerichtet, welches Myrmidion noch dadurch aufwertete, dass er sein in der Kapitänskajüte gefundenes Parfüm gegen die Dienste von vier Frauen des horizontalen Gewerbes eintauschte. Auch wenn Juan nicht sonderlich begeistert davon war, dass nun leicht- bis gar nicht bekleidete Damen erst in seinem Vorgarten und danach im Haus herumtanzten, war das Fest ein vollkommener Erfolg und tröstete ein wenig (aber nicht ganz!) darüber hinweg, dass es von Tjalf kein Lebenszeichen gegeben hatte.

Auch der nächste Tag brachte weitere Freuden, jedenfalls nachdem Juan Myrmidion den Kopf wegen der Dirnen gewaschen hatte. Um das Ansehen des Prätorenamtes besorgt, versuchte er dem Zyklopäer zu erklären, dass ein derartiges Verhalten bei den Großkopferten der Stadt nicht gut ankommen würde. Angesichts des eh schon ramponierten Images der Gruppe, könnte so etwas das Zünglein an der Waage sein und den Unterschied machen zwischen „Nach einem Jahr goldbeladen aus der Stadt verschwinden“ und „Nach einem Jahr steinbeladen im Ozean verschwinden“. Myrmidion hörte aufmerksam zu (zumindest die ersten 30 Sekunden), fing dann an, sich zu langweilen und stellte sich im Geiste lieber tanzende Äffchen vor, als weiter der Gardinenpredigt Juans zuzuhören. Diese wurde jäh unterbrochen, als ein Diener einen Gast ankündigte. Eine Magiern aus Vinsalt hatte sich angemeldet und unterbreitete dem Schutzprätor ein verlockendes Angebot. Anscheinend war diese Dame auf der Jagd nach magisch begabten Kindern für ihre Akademie und würde gutes Geld bzw. gute Diamanten bezahlen für das Auffinden solcher Kinder durch den Prätor mit seinen hervorragenden Kontakten. Juan stimmte zu und bat Diago, sich in der Stadt nach seltsamen Vorkommnissen umzuhören. Dieser verbrachte anstrengende Stunden in verschiedenen Kneipen, musste dabei Bier und Wein trinken, leckeres Essen essen und auch sonst extrem unangenehme Aufgaben absolvieren, um schließlich die Namen von drei Kindern herauszubekommen. Dank Juans silberner Zunge sowie einiger goldener Münzen konnte das erste Kind von einer Bäckerfamilie gekauft und in die Obhut der Magierin übergeben werden, die sich mit einem taubeneingroßen Edelstein revanchierte. Gier blitzte in den Augen der Gruppe auf… In der Stadt gab es mehrere Dutzend Kinder… wenn man diese irgendwie magisch machen würde… Doch dann meldete sich, wenn schon nicht das Gewissen, so doch der Realitätssinn und man beschloss, es bei den drei Kindern zu belassen. Schließlich schien die Magiern irgendwie überprüfen zu können, ob die Personen wirklich magisch waren. Neben den Noblen der Stadt auch noch einer Zauberin ans Bein zu pinkeln erschien als der direkte Weg in den Untergang und so entschied man sich dazu, ehrlich zu bleiben.

Pro:
– Diago ist wieder da!
– Die Kriegsprätorin wurde verhaftet!
– Edelsteine!

Contra:
– Tjalf ist verschollen
– Die Piraten haben vermutlich einen ziemlichen Rochus auf uns und sind, obwohl ein Haufen von ihnen draufgegangen ist, immer noch stark. Vermutlich stehen sie bald vor der Stadt
– Tjalf ist verschollen
– Die Kriegsprätorin hat überlebt
– Tjalf ist verschollen

Südmeerkampagne 25. Kapitel – Krawall in Nasha

Ort der Handlung: Nasha
13. Travia – 24. Travia

Nachdem der Schutzprätor beim letzten Mal einen gehörigen Einlauf und den Auftrag bekommen hatte, sich um den verschwundenen Steuereintreiber zu kümmern, war es nun an der Zeit, den angeschlagenen Ruf aufzupolieren und zum Piratennest Nasha aufzubrechen. Mit der Kriegsprätorin wurde ausgemacht, sich in 6 Tagen einige Meilen vor Nasha zu treffen. Die kampfgestählte Moha würde 20 Mann der Stadtgarde mobilisieren und gemeinsam mit unserer Schlagkraft und den bis dahin von uns gesammelten Informationen über Zahl und Fähigkeit der Piraten würden wir dann das Dorf von den Piraten säubern, die Steuereinnahmen in den Schoß der Stadt zurückbringen und nebenbei, als optionales Tertiärziel untergeordneter Bedeutung, den Steuereintreiber nebst seiner Leute retten. Da Juan als Schutzprätor dringlichst in der Stadt gebraucht wurde, brachen lediglich seine Untergebenen, Tjalf, Myrmidion und Nostromo auf, begleitet von Diago. Ausgerüstet mit einem ordentlichen Picknickkorb (Hartgekochte Eier, Caprisonne, Egelschreckcreme) wanderte die Gruppe fröhlich pfeifend über Dschungelpfade, vorbei an malerisch heruntergekommenen Plantagen und erreichte nach 2,5 Tagen eine Ortschaft kurz vor den Toren Nashas. Die inzestgeschädigten Bewohner dieses namenlosen Kaffs konnten leider kaum wertvolle Informationen liefern, war man sich doch die letzten 5 Jahre zu fein gewesen, seinen Hintern hochzubekommen und Nasha mal zu besuchen. Einzig relevant war, dass Nasha anscheinend jeden Monat ein paar Schlagetots vorbeischickte und die umliegenden Plantagen ausplünderte. Dieses schamlose Verhalten empörte die Gruppe sehr, war diese ehrenwerte Aufgabe doch eigentlich den Steuereintreibern Chorhops vorbehalten! Nun noch entschlossener, dem Piratenunwesen Einhalt zu gebieten, wurde nicht mehr geruht und gerastet, bis das Freibeuternest erreicht wurde.

Leichte Zweifel an der Einfachheit der Situation kamen auf, als erkannt wurde, dass sich die Einwohnerzahl von vermuteten 300 vor 5 Jahren auf nun 600 verdoppelt hatte. Und leider war dieser Zuwachs nicht Tsas Segen der Fruchtbarkeit zuzuschreiben, sondern der Tatsache, dass übles Gesindel aus dem ganzen Südmeer sich hier niedergelassen hatte. Strategisch günstig gelegen in einer Bucht mit lediglich einem einzigen Landzugang, umgeben von einer beinahe 3 Schritt hohen Palisade aus angespitzten Baumstämmen präsentierte sich der Ort als wehrhaft und schwer einzunehmen. Darüberhinaus lagen gleich drei Piratenschiffe in der Süßwasserbucht vor Anker, zwei davon von dem gefürchteten Bund der schwarzen Schlange, der mit Tjalf noch einige Hühnchen bzw. Körperteile auszurupfen hatte. Tjalf ging sofort in den Inkognitomodus und verwandelte sich in den sanftmütigen horasischen Dichter Ulf, um sich vor den Häschern der Schlange zu verstecken. Einige Kopfnüsse später hatte auch Myrmidion verstanden, dass der Name Tjalf in der Stadt nicht gebraucht werden durfte und ging erst von einem „Tj..Ulf“ zu „Ulf“ über. Zur weiteren Vervollkommnung seiner Rolle erwarb Ulf noch ein Kopftuch, eine Hakenhand und ein Holzauge. Nachdem er seine Augenbinde mitsamt dem Dreck der letzten Jahre vom Kopf abgemeisselt und das neu erworbene Auge an seinen rechtmäßigen Platz geprügelt hatte, erinnerte kaum mehr etwas an den muskelgestählten, kampfstarken Thorwaler. Selbst seinen langjährigen Gefährten passierte es glatt, dass sie ihn nicht erkannten. Eine Entdeckung durch übereifrige Schnüffler vom Bund der Schwarzen Schlange war quasi unmöglich!

Mit der ihm eigenen Diskretion und Gewitztheit quetschte Myrmidion den Empfangschef des Dorfes, Ruygoso nach den Machtstrukturen der Stadt aus. Oberpirat und unangefochtenes Oberhaupt war Brenno der Berserker, ein Trumm von einem Mann, desse Hobbies Plündern, Goldansammeln, Saufen und lange Spaziergänge am Strand waren. Dieser freundliche Mann residierte in einer schönen Piratenburg im Nordwestteil der Stadt und hielt gerade Kriegsrat mit den Kapitänen der Piratenschiffe, darunter der gefürchtete Großmufti Manilo „Die schwarze Hand“ vom Bund der Schlange. Der Moha hatte in seinem bewegten Leben einmal zu oft mit Hylailer Feuer jongliert und sich so seine linke Hand bös verbrannt. Diese Lädierung hatte ihn jedoch nicht davon abgehalten, sich wie ein Riesenarmleuchter aufzuführen und sich einen Ruf als gnadenloser Kapitän zu verschaffen. Myrmidion setzte sich unauffällig an einen Tisch neben der Kapitänsrunde, war dann aber so fasziniert von dem Glücksspiel, dass dort stattfand, dass er von der Beratung nichts verstand, so dass die zweifelsohne düsteren Pläne der Piraten unbekannt blieben. Angesichts von etwa 40 anwesenden Seeräubern, von denen nicht wenige zum Bund gehörten, verzog sich die Gruppe rasch wieder. Weiteres Umhören förderte zutage, dass sich der Steuereintreiber samt seinen zwei Begleitgardisten in einem Käfig im Wasser befanden und dort durch Flut und Ebbe gefoltert wurden. Bei steigendem Wasser standen die Gefangenen bis zur Unterlippe im Wasser, während bei Ebbe die Sonne auf die ausgemergelten Gestalten niederbrannte. Natürlich stand die Rettung der armen Leute danach ganz oben auf der Liste, als jedoch bekannt wurde, dass nach dem Überfall auf den Steuereintreiber mehrere Kisten in die Piratenburg geschafft worden waren, verschoben sich die Prioritäten wieder. Mehrere Kisten, vermutlich mit Gold gefüllt? Die guten Leute würden noch ein wenig aushalten müssen in ihrem bequemen Luxuskäfig. Ausserdem konnte herausgefunden werden, dass der Schlangenbund zwei Katapulte in die Stadt geschafft hatte. Diese standen, von vier grimmigen, schwerbewaffneten Schlägern bewacht auf einer kleinen Anhöhe in der Stadt. Eines davon war auf die See, das andere auf den Landzugang gerichtet. Was genau die Piraten damit anstellen wollten, blieb jedoch unklar, angeblich wollte man damit die Moha abschrecken.

Myrmidion nahm noch Kontakt mit dem Efferdgeweihten auf, einem einäugigen ehemaligen Steuermann, der es durchaus gerne sehen würde, wenn die ehrlichen Fischer und Fischerinnen des Dorfs von den rabaukigen Piraten befreit werden würden. Schnell bastelte Myrmidion einen Plan zusammen, der einen koordinierten Angriff sämtlicher Mohastämme der Umgebung, ein gleichzeitiges Kommandounternehmen gegen die Schiffe und das Katapult sowie weitere größenwahnsinnige Unterabschnitte vorsah. Heftiges Herumdiskutieren und Überdenken der ganzen Geschichte ließ zumindest die übertriebensten Teile wegfallen, so dass am Ende ein lediglich extrem unrealistischer Plan stand. Mit Hilfe von Fischerbooten würden die Gardisten bei Nacht in die Stadt gebracht werden. Myrmidion würde dann die Taverne anzünden und dabei eine Feuerschlange vor das Gebäude in den Sand zeichnen, um den Verdacht auf den Bund zu lenken. Gleichzeitig würde der Rest der Gruppe die Wachen an den Katapulten ausschalten, diese auf die Piratenburg ausrichten und abfeuern. In dem anschliessenden Chaos würde man das Gold aus der hoffentlich in Trümmern liegenden Burg bergen, weiteren Unfrieden zwischen den freien Piraten und den Bundlern stiften und danach die Reste mit Waffengewalt aufwischen. Soweit der Plan… doch wie so häufig klafften zwischen Wunsch und Wirklichkeit Lücken, in denen man ganze Elefantenhorden hätte verstecken können. Die ersten Teile funktionierten erstaunlich gut. Ohne Probleme gelangten die Gardisten inklusive Kriegsprätorin und einem Geschützmeister in die Stadt. Auch das Anzünden der Kneipe sowie das Anlegen der Schlange gelang Myrmidion wunderbar, ebenso das Ausleuchten der Burg, um dem Richtmeister die Zielerfassung zu erleichtern. Während der quirlige Zyklopäer also durch die Stadt wirbelte, zog Ulf die Aufmerksamkeit der Katapultwächter auf sich, indem er als Betrunkener vor deren Stellung herumkasperte. Von diesen unbemerkt, schlichen sich Diago und Nostromo von hinten heran und als der Zeitpunkt günstig zu sein schien, legte Nostromo all seine Kraft in einen Axthieb gegen den überraschten Wächter. Mit einem platschenden Geräusch riss das Kriegsbeil den Rücken des Piraten auf, der sofort zu Boden ging und Blutfontänen über seine überraschten Kollegen verteilte. Der Hieb Diagos verwundete die zweite Wache schwer am Arm, bevor Ulf seine Tarnung fallen liess und zu Tjalf wurde. Lässig schickte er die dritte Wache, die noch stark damit beschäftigt war, fassungslos auf den getöteten Kameraden zu blicken, auf den Boden, wo sie vor sich hinweinend liegenblieb. Beflügelt von dem ersten Erfolg knüppelten Diago und Nostromo den nächsten Wächter nieder, während der vierte unter Tjalfs Hieben ebenfalls weinend umfiel. Noch nicht zufrieden mit seiner Performance, ließ Tjalf seine Orknase auf den zu Boden gegangenen Gegner niederfahren und trennte diesem damit das linke Bein ab. Während der letzte Wächter sich aufzurappeln versuchte, schwang Tjalf die Waffe mit einem lässigen Rückhandschlag in seine Richtung und wiederholte seine Leistung auch bei diesem Gegner. Dieses mal musste jedoch das rechte Bein dran glauben. Innerhalb von wenigen Augenblicken waren also die Katapulte unter unserer Kontrolle und während Tjalf und Nostromo die Leichen über die Palisade zu den wartenden Krokodilen wuchteten, um keine Spuren zurückzulassen, richteten die Soldaten die Geschütze auf die Piratenburg aus. Nervös blickte die Gruppe auf die Löschschlange, die sich in der Stadt gebildet hatte. Eimer um Eimer Wasser wurde auf die immer noch fröhlich lodernde Kneipe gekippt. Es wurde Zeit, den Aufruhr zu vergrößern! Noch während dieser Gedanke durch die Köpfe der Gefährten ging, schlug der Geschützmeister die Seile durch und mit einem leisen Rauschen sausten die Felsbrocken aus den Katapultarmen gen Stadt. Nur wenig später wackelte die Erde, als beide Geschosse punktgenau ihr Ziel trafen und zuerst der West- dann der Ostflügel in einer Explosion aus Holzsplittern zerstört wurde. Vollkommen überrascht von dem unverhofften Erfolg musste sich die Gruppe erst sammeln, doch nachdem Myrmidion wieder eingetroffen war, wurden die nächsten Schritte des Plans ausgeführt. Ab hier ging dann allerdings alles schief. Zwar konnten die Gefangenen noch befreit werden, aber es gelang Myrmidion nicht, einen Bürgerkrieg zwischen den freien Piraten und dem Bund der Schwarzen Schlange anzustacheln. Die Gruppe teilte sich auf in Nostromo mit zwei Soldaten, die nach dem Goldschatz in den Trümmern der Burg schauen sollten und den restlichen knapp 20 Mann, die kleinere Piratengruppen erschlagen würden, dabei immer einen Überlebenden entkommen lassend, der die Nachricht von Angriffen der Schwarzen Schlange weitertragen sollte. Das klappte leider überhaupt nicht, so dass sich die Piraten langsam zusammenrotteten, um der Gruppe entgegenzutreten, die sie da in ihrem eigenen Lager überfiel. Noch weniger erfolgreich war die Suche nach dem Gold. Während die beiden Soldaten zwar Schatztruhen entdeckten, war Nostromo nicht in der Lage, auch nur einen einzigen Kreuzer zu finden (Doppel-20 bei der Wahrnehmungsprobe… zum zweiten Mal mit diesem Charakter!) und schlussfolgerte daher, dass die Dukaten wohl als Bezahlung für die Katapulte auf das Schiff der Schwarzen Schlange gebracht worden waren.

Ab hier musste daher improvisiert werden und man gelangte ganz schnell vom Regen in die Traufe. Ein im Hafen liegendes Ruderboot wurde konfisziert und man ruderte rasch um das Piratenschiff herum, um es dann von der Seeseite zu entern. Es war davon auszugehen, dass die Wachmannschaft ganz damit beschäftig war, sich den Tumult in Nasha anzusehen, so dass man leise von der anderen Seite an Bord würde schleichen können, um sich danach der Piraten zu entledigen und mit dem gekaperten Schiff elegant nach Chorhop zurückzusegeln. Soweit die Idee, praktisch scheiterte der Spass jedoch bereits daran, dass Myrmidion beim Klettern abrutschte und ins Wasser fiel, während Diago und Tjalf beim Besteigen der Bordwann immer wieder laut krachend gegen diese stießen und schliesslich ins Ruderboot zurückpurzelten. Lediglich Nostromo und sieben der Soldaten gelang es, das Boot zu entern. Anstelle einer überraschten Mannschaft warteten dort jedoch 14 Piraten mit gezogenen Waffen auf die Neuankömlinge… Bevor es allerdings zum Austausch von Worten oder Schlägen kommen konnte, zoomte die Kamera heraus und der Abspann lief über das aus der Vogelperspektive aufgenommene Nasha.

Pro:
– 40 % des Plans haben wunderbar funktioniert!
– Tjalf lief wieder zur Höchstform auf und hat zwei weitere abgeschlagene Beine auf seiner Trophäenliste zu verzeichnen.

Contra:
– 60 % des Plans haben gar nicht funktioniert!
– Vor uns misstrauische Piraten, hinter uns das Meer… Was mag die bessere Alternative sein?

Südmeerkampagne 24. Kapitel – Das Nilpferd auf dem diplomatischen Parkett

Ort der Handlung: Chorhop (kein Scheiss!)
6. Travia – 13. Travia

In den letzten Tagen hatte sich die Situation der Gruppe angenehm entspannt. Man sonnte sich in dem Ruhm, den Mörder der Traviageweihten gefasst zu haben und war schon voller Vorfreude, die 1000 Dukaten, die besagte Traviageweihte im Bankfach liegen hatte, der Kasse der Wache zuzuführen. Um dies zu bewerkstelligen, musste erst einmal in Erfahrung gebracht werden, welche Sicherheitsvorkehrungen die Bank wohl so hatte. Kapitän Yuan machte sich daher auf, selbst ein Bankfach anzumieten für seine 400 (nicht 300, nicht 500, nicht 20, nein 400!) Dukaten. Mit viel Diplomatie und Können ging er dem Bankangstellten auf den Sack und sammelte so wertvolle Pluspunkte. Es stellte sich heraus, dass Bankfachinhaber einen Wechsel bekamen, zusätzlich jedoch die Möglichkeit hatten, eine Passwortfrage zu hinterlegen. Einen Wechsel hatten wir in den Unterlagen der Geweihten jedoch nicht gefunden und so suchten wir erneut gründlichst ihre Habseligkeiten. So gründlich war die Gruppe, dass sie nicht nur im Hospiz und der Wohnung der Traviageweihten nachschaute, sondern auch in der angeblichen Zweitwohnung, die der Prätor selbst fingiert hatte, um den Mörder zu fassen und die die Traviageweihte nicht einmal von der Ferne gesehen hatte. Beinahe wäre die Suche aufgegeben, als in dieser Wohnung nicht auch nur die geringste Spur bezüglich der Geweihten gefunden wurde, doch im Spind des Hospizes wurde Myrmidion fündig: Ein Brief des Vaters der Geweihten (Nein, Yuan, nicht der Losverkäufer, der sich als ihr Mörder entpuppt hatte!) in dem er seiner Unverständnis ob der ihm zugesandten Unterlagen Ausdruck verlieh. Der Hauptgewinn!

Als Mann von Welt, der nicht nur in den höchsten Ebenen der Stadtverwaltung, sondern auch in den Niederungen der Halbwelt zuhause war, hatte Yuan innerhalb eines Tages einen vertrauenswürdigen Fälscher ausfindig gemacht und wollte sich von Ignazio mit der dicken Nase einen Brief in der Handschrift der Geweihten anfertigen lassen, in der sie ihren Vater bat, die Unterlagen wieder nach Chorhop zu senden. Als Schriftvorlage zeigte er Ignazio den Brief des Vaters… und bemerkte dann seinen und der ganzen Gruppe Denkfehler. Also wurde erneut Hospiz und Wohnung (Diesmal nicht die Zweitwohnung! Lerneffekt!) durchsucht und alsbald stand man mit der Einkaufsliste (3 Liter Milch, Toilettenpapier, erwürgungssicherer Schal – leider ausverkauft) erneut vor dem Großnasigen und diktierte ihm den Brief. „Tach Papa, schick mir mal die Unterlagen wieder, ich bin jetzt bei meinem Kumpel dem Prätor. Küsschen, deine Tochter.“ Selbst den Beinaheanalphabeten der Gruppe ging auf, dass das wohl eher nicht dem Tonfall der Geweihten entsprach. Doch wozu hatte man Bedienstete? Trotz der Kaspereien Myrmidions und Yuans setzte der Sekretarius ein entsprechendes Schreiben auf, das dann, noch warm von den Verzweiflungstränen des Sekretärs, an Ignazio überreicht wurde, der in Folge dann den Brief in Handschrift und Tonfall der Traviageweihten anfertigte. Pikiert zwar, doch voller Pflichterfüllung sendete der Sekretär im Anschluss den versiegelten Brief ins Horasreich, wo der Vater momentan residierte. Der erste Schritt zur Bergung des Bankschatzes war getan und dabei waren lediglich der Sekretarius und der Bankfachangestellte extrem angepisst!

Eigentlich hätte man sich nun gemütlich in die Hängematte legen und dem Lauf der Dinge seinen… Lauf lassen können, doch gerade, wenn man denkt es ist alles in bester Ordnung, stehen vom schnellen Laufen hechelnde Bedienstete im Eingangsbereich und blöken „Ein Überfall! Eindringlinge!“ in die ruhige, nachmittägliche Atmosphäre. Seufzend packte sich die Offizierskaste der Wache ihre Helme und schlenderte eilig zum Tatort: Dem Haus der Almosarin. Doch leider falscher Alarm: Die Angreifer waren von der Wache zu 50 Prozent getötet, zu 50 Prozent schwer verwundet worden und das Haus der Almosarin war so unberührt wie die alte Jungfer selbst. Nachdem sie ein wenig herumgepöbelt hatte und auch nicht ganz verstehen konnte, dass die Reduktion des Wachbudgets leider dazu geführt hatte, ja, dazu führen musste! dass in dem Viertel nicht mit der nötigen Frequ- und Präsenz patrouilliert werden konnte, verabschiedete sich die Wache, nahm den Delinquenten mit und ließ die Sache auf sich beruhen. Blöderweise erhob sich die Geschichte jedoch bald wieder wie ein Untoter und enervierte alle Beteiligten aufs Äusserste.

Am nächsten Tag war nämlich erneut die Prätorversammlung und wieder hatte jeder seine Speichellecker, Kostgänger und Arschkriecher mitgebracht. Nur im Falle des Schutzprätors handelte es sich bei den Begleitern natürlich um edle Freunde, selbstlose Unterstützer seiner Sache, im Einzelnen Yuan, Tjalf, Diago und Nostromo. Hier kam dann erneut der Überfall auf das Haus der Almosarin aufs Tapet und die alte Giftnatter erzürnte sich ordentlich darüber. Während sie in ihrem Wahn vor sich hinzeterte, klüngelte Myrmidion auf Geheiss des Schutzprätors aus, dass von nun an 20 % der Einnahmen, die der Kadi durch den Verkauf von Straftätern in die Sklaverei erhielt, an die Stadtwache gingen. Während wir uns also ob der neuen Geldquelle die imaginären Finger leckten, hub die Zeterziege zu einem vernichtenden Schlag aus. Da anscheinend die Wache mehr Geld benötigte, würden Spieleprätor und Würfelprätor jeweils 5 % weniger bekommen, dafür der Schutzprätor 10 % mehr. Eisige Blicke durchbohrten Yuan und Hass kochte in den betroffenen Prätoren hoch, während die Zimtzicke sich angesichts ihres Intrigenspiels beinahe selbst einnässte.

Nachdem das Essen ein rasches Ende gefunden hatte, versuchte Yuan zumindest ansatzweise die Beziehungen zu kitten und bot Trom, dem Würfelprätor, einen höheren Anteil an den Gewinnen des Würfeltischs in der Wache an. Dem ebenso undankbaren wie dümmlichen Spieleprätor versprach er, die 5 % unter der Hand wieder zukommen zu lassen, was dieser mit dem genialen Gegenangebot konterte, ihm doch 6 % zu geben. Es dauerte einige Stunden, aber dann war dem Fettsack klargemacht worden, dass man ihm auch einfach gar nichts geben könnte und er zumindest ein wenig Dankbarkeit zeigen sollte. So ganz kapiert hatte er es jedoch immer noch nicht und so blieb ein vage feindseliger Eindruck zurück. Doch damit nicht genug! Auch der nächste Tag stand wieder im Zeichen von Verwicklungen.

Erneut stand früh morgens ein Bediensteter in der Tür und scheuchte die Oberhäupter der Wache ans Jaguartor. Hier hatten sich drei Wächter mit kampfbereiter Hellebarde vor einem ebenso kampfbereiten Moha mit Speer postiert und während sich die beiden Parteien gegenseitig in jeweils unbekannter Sprache anbrüllte, schien der Ausbruch von Feindseligkeiten nur wenige Augenblicke entfernt zu sein. In gewohnt inkompetenter Art machten die Wächter Meldung. „Der Moha! Speer! Herr! Speer!“ Sinnvolleres war nicht aus ihnen herauszubekommen. Im Gegensatz zu den minderbemittelten Wächtern konnten jedoch sowohl Yuan als auch Nostromo Mohisch sprechen und hatten so alsbald heraus, was der Wilde zu sagen hatte und warum dieser Aufstand überhaupt stattfand. Anscheinend waren die Wächter verärgert, dass der Wilde ein Pferd mit dem Stadtwappen bei sich trug, war doch mit just diesem Pferd vor einigen Tagen der Steuereintreiber aus der Stadt geritten, der nun seit einiger Zeit vermisst wurde. Der Moha hingegen hatte das Pferd an sich genommen, nachdem er Zeuge des Mordes an dem Steuereintreiber durch einige Halsabschneider geworden war. Diese lokalisierte er in dem ehemaligen Fischerdorf Nasha, dass sich seit einiger Zeit jedoch neben der Fischerei ein zweites Standbein in der Piraterie geschaffen hatte. Gegen eine anständige Belohnung aus der Schiffskasse (die leider keine bunten Glaskugeln enthielt und somit um 10 Dukaten erleichtert werden musste) wurde das Pferd wieder in Stadtbesitz gebracht und für den Abend ein Essen mit der Kriegsprätorin und dem Moha ausgemacht, um ein mögliches Vorgehen gegen die Piraten zu planen. Da die Kriegsprätorin jedoch lieber ihre (unsere!) Männer auf den Mauern sah, lief der Plan auf das hinaus, auf das es immer hinausläuft: Die Gruppe würde, in Begleitung der Kriegsprätorin, Nasha auskundschaften und schauen, ob sich die Situation so lösen ließ. Während die Planung noch auf Hochtouren lief, näherte sich vor dem Wachhaus ein schmieriger Halunke Diago und ließ ihm einen Beutel mit 120 Dukaten zukommen für das Versprechen, dafür zu sorgen, dass der Schutzprätor bald seines Amtes enthoben werden würde. Im Gegensatz zu Tjalf, der einer solchen Bestechung mannhaft die Stirn geboten hatte, siegte hier jedoch die Goldgier und schnell hatte der ehemalige Smutje und aktuelle Hauptmann der Brandwache einige der Dukaten an seinen Untergebenen, den Oberbrandstifter gegeben, mit der Maßgabe, im Prätorviertel für Rabatz zu sorgen. Das Geld wurde dann an die eingeteilten Wachen verteilt, die von dem zusätzlichen Budget einge- und für den Schutz des besagten Viertels abgestellt worden waren mit der Maßgabe, sich dafür in der Nacht die Hucke vollzusaufen.

Entsprechend erstaunt war der Schutzprätor, als am Morgen ein entrüsteter Bediensteter des Kadis und Hafenmeisters auf der Matte stand und berichtete, dass es in der Nacht erneut einen Überfall im Viertel gegeben habe. Mit Hilfe der Wachliste waren die eingeteilten Wächter für die letzte Nacht bald herausgefunden und einige Schläge Tjalfs entlockten ihnen bald, dass sie vom Oberbrandstifter Geld bekommen hätten, um an diesem Abend wegzuschauen. Weitere Schläge folgten und alsbald gestand der Oberbrandstifter, dass er von einer vermummten Gestalt, etwa mittelgroßklein mit blondbraunen Haaren einen Beutel bekommen habe, um den Weg für eine Brandstiftung freizumachen. Weitere, von Schlägen unterstützte Nachforschungen förderten zutage, dass es keinen einzigen Brand in der letzten Nacht gegeben hatte und ein nun vollkommen enragierter Schutzprätor schmiss erst den Oberbrandstifter und, als er Widerworte von Diago bekam, auch diesen aus der Wache, um im selben Atemzug Tjalf zu seinem zweiten Hauptmannstitel zu verhelfen: Tjalf, Hauptmann der Ausbildung und der Feuerwache! Ausserdem wurde der bisherige Laufbursche, ein 12jähriges, magersüchtiges Klappergestell mit viel zu großen Zähnen, in die Feuerwache aufgenommen. Mit der Kleidung des ehemaligen Oberbrandstifters ausgestattet, die ihm nicht nur viel zu lang, sondern auch viel zu weit war, wurde er dann abkommandiert, auf den Türmen der Stadt zu wachen und die Bürger vor einfallenden Horden zu bewahren. Da die Untersuchungen beinahe den gesamten Vormittag angedauert hatten, war an ein Aufbruch in das 3 Tagesmärsche entfernte Nasha nicht mehr zu denken und die Expedition wurde auf den nächsten Tag verlegt.

Wieder kam es jedoch anders als geplant. Am nächsten Morgen, der Schutzprätor war gerade in der Stadt unterwegs, stürmten erneut Bedienstete in die Wachstube und berichteten von einem Brand beim Kadi. Der Hauptmann der Feuerwache reagierte, wie es ein guter Hauptmann tut. „Hat der Besitzer schon bezahlt?“ Auf die verneinende Antwort wurde entschieden, noch nicht zu löschen, sondern sich lediglich bereitzuhalten und mit Eimern und Pumpe bewaffnet in der Nähe des Brandes herumzulungern, bis genügend Dukaten den Besitzer gewechselt hatten. Gesagt, getan und schon standen ein halbes Dutzend Wächter um einen reich verzierten Kutschschuppen herum und schaute zu, wie die Kutsche, Stroh, Peitschen, Sättel usw. in Rauch aufging. Das Feuer dieses Brandherdes war jedoch nichts im Vergleich zum Feuer der Wut von Yuan, der in diesem Moment um die Ecke bog und sofort das Löschen einleiten ließ. Nachdem er beim ungehaltenen Kadi herumgebuckelt war und ihm 10 % der Sklaveneinnahmen versprach, um den Verlust zu decken, und somit zumindest ansatzweise den guten Mann zu beruhigen, schnauzte er danach die Wachen zusammen. Diese jedoch waren von einer Dämlichkeit, die ihresgleichen suchte und verstanden nicht (oder wollten nicht verstehen?) dass es keine gute Idee war, den Besitz des Mannes anzuzünden, der zwei Prätorenämter innehatte, der die Bank besaß und der zu einer der reichsten und mächtigsten Familie der Stadt gehörte. Die Klotzköpfigkeit der Wachen war so groß, dass sie selbst den Verlust ihrer Stelle (und damit ihrer Bezahlung) und schwere Leibstrafen, verabreicht von Tjalfs Fäusten, sie nicht dazu bringen konnten, auch nur für einen Heller nachzudenken. Aus diesem Grund wurde die 1. Yuan´sche Direktive aufgestellt: Brandstiftungen würden erst nach direkter Absprache mit ihm durchgeführt werden. Keine Alleingänge mehr! Erneut war der Vormittag vertan, so dass die Nashareise wieder abgesagt wurde. Doch der Tag war noch nicht zu Ende, nun kam es knüppeldick. Am Abend wurde Yuan zum Vogtvikar zitiert!

Die Begrüßung durch den obersten Phexgeweihten war mehr als frostig und auf seine Ankündigung, er habe ein ernstes Wörtchen mit Yuan zu reden, entschuldigte sich der Schutzprätor wortreich dafür, dass seine Brandwehr das Feuer so spät erst löschen konnte. In Zukunft würde das nicht mehr vorkommen, dafür würde er, Yuan, persönlich sorgen. Interessiert hob der Vogtvikar eine Augenbraue. „Ein Brand? Wie interessant, wo hat es denn gebrannt? Davon wurde mir nichts berichtet…“ Yuan lief weiß an, doch Myrmidion und Yuan sprangen rasch in die Bresche. „Jaaa… bei der Übung… Genau, das Strohfeuer… um die Arbeit der Feuerwache einschätzen zu können. Jaaa, die waren etwas langsam, das wird jetzt geübt werden müssen… So ist es!“ Dies schien den Geweihten zufrieden zu stellen, dennoch ging nun ein Donnerwetter auf Yuan nieder. „Wie ich hörte, seid ihr nicht in der Lage, die Stadt und ihre Bewohner zu schützen. Erst gestern kam es zu einem Zwischenfall im Prätorenviertel. Ausserdem scheint ihr es zu eurer Aufgabe gemacht zu haben, die Wache systematisch untauglich prügeln zu lassen. Von der Kriegsprätorin bekam ich bereits Beschwerden, dass ihr Personal kaum noch in der Lage sei, die Mauern zu bemannen. Und was euch geritten haben mag, ihr einen 12 jähriges Bürschchen zu schicken, das nun auf den Mauern Soldat spielt, das wissen die Götter allein. Ich frage mich langsam, ob ihr wirklich der richtige Mann auf der Position seid. Was habt ihr in Bezug auf die verschwundenen Steuereintreiber unternommen? Hier liegt einiges im Argen, wie mir scheint. Ihr solltet anfangen, euren Kram unter Kontrolle zu bekommen, ansonsten könnte es sein, dass ihr euren Titel verliert… vielleicht sogar euren Kopf… Und nun entfernt euch!“ Wie geprügelte Hunde schlich die Gruppe aus dem Raum und war nicht einmal mehr in der Lage, einzuwenden, dass sich die Steuerbeamten bei deren Verschwinden ausserhalb der Stadtmauer und somit im Kompetenzgebiet der Kriegsprätorin aufgehalten hatten.

Pro:
– Es gab keine Verluste an Menschenleben

Contra:
– Nicht nur die niederen Chargen (Bankangestellte, Sekretarius, Oberbrandstifter) sondern auch die höheren Ränge (Spiele- und Würfelprätor, Kriegsprätor, Kadi, Vogtvikar) sind von den Handlungen des Schutzprätors genervt. Ideale Voraussetzungen für eine ruhige Amtszeit!
– Unter den Wachen gibt es nicht einen, der einen IQ über 99 hätte

Südmeerkampagne 23. Kapitel – Yuan ermittelt

Ort der Handlung: Chorhop (kein Scheiss!)
27. Efferd – 6. Travia
Ein Budget, das so rot ist wie ein Pavianhintern; Gardisten, deren Arbeitsmoral der von Nacktschnecken gleicht und ein ungelöster Mordfall an einer Traviageweihten, wegen dem der Bürgermeister der Stadt quasi täglich im Büro des Schutzprätors nach dem Stand der Dinge fragte: die Lagen war rosig für unsere Gruppe. Prioritäten mussten gesetzt werden, um das Schlamassel zu ordnen. Der erste Besuch erfolgte daher bei dem großen Trom, seines Zeichens Würfelmeister Chorhops. Schnell war man mit ihm handelseinig, dass ein strategisch geschickt im Aufenthaltsbereich der Gardisten aufgestellter Würfeltisch dabei helfen würde, den Lohn unserer Angestellten, den wir leider zahlen mussten, zügig in unsere und des Würfelmeisters Schatzkiste umzuleiten. Eine 60 zu 40 Verteilung der Einnahmen schien gerecht, stellte doch Trom einen Würfelknecht, der Tag und Nacht nichts anderes tun würde, als den Wächtern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Nachdem dieser wichtige Teil der Ermittlungsarbeit abgeschlossen war, wurde als nächstes das Problem des ungedeckten Budgets angegangen. Da bei einem Besuch auf der Wache erneut ein Haufen nichtsnutziger, herumtorkelnder Biertrinker angetroffen wurde, machte Tjalf mit klarer Befehlsstimme (die auch am Hafen noch gehört werden konnte… also am Hafen von Brabak…) deutlich, dass ein derartiger Schlendrian rasch zur Freisetzung der entsprechenden Personen führen würde. Und das Arbeitszeugnis würde in diesem Fall viele unschöne Formulierungen enthalten! (Hat sich stets bemüht, einen schlechten Gardisten zu imitieren…). Der Plan war, 10 der überflüssigen zu stopfenden Mäuler zu entlassen, so dass sich ein kleines Plus von 20 Dukaten im Monat ergeben würde. Tjalf notierte auf seiner geistigen Liste bereits die vorwitzigsten Naseweise und machte sich dann mit dem Rest der Gruppe auf, den unwichtigsten Punkt auf der Tagesordnung abzuhaken: Die Mordermittlungen. Erst wurde die Wohnung der (Ex-)Traviageweihten besucht, dann das Traviahospiz, in der sie gearbeitet hatte. Dort wurden zahlreiche falsche Fährten gefunden, befreundete Akoluthen und schwerhörige alte Nachbarsgroßmütterchen (liebevoll „Blockwärterinnen“ genannt) befragt und im Allgemeinen von Hü nach Hott gelaufen. Kurzzeitig vermutete man über einen uralten Tattergreis, der sich als Vater des Kadis Balphemistos herausstellte, eine Verwicklung dieser illustren Familie in den Fall, aber auch hier verlief die Nachforschung bald im Sande. Eine nächste Fährte wurde ebenfalls kalt, als die tumben Ermittler endlich verstanden, dass die Traviageweihte ein Frauenhaus unterhalten hatte. Aber auch ein prügelfreudige Ehemann konnte als Täter ausgeschlossen werden. Da seine Frau ihre dauerndes „Die Treppeherunterfallen und gegen die Türlaufen“ nicht anzeigen wollte und sich auch kein Geld aus der Sache herausschlagen ließ, verzichtete die Wache auf eine Anzeige, Tjalf behielt es sich jedoch vor, sein Auge auf dem Prügelschuster zu halten, um etwaige Exzesse rechtzeitig mit Konterprügel zu unterbinden.

Mittlerweile war man relativ frustriert von dem fruchtlosen Herumgelaufe, das ausser Blasen nicht auch nur einen müden Silbertaler eingebracht hatte. Weitere Investigationen im Altenheim waren extrem nervig ob der Starrköpfigkeit der Bewohner, doch schließlich zauberte die Gruppe irgendwo einen Schlüssel hervor, der zu dem Bankschließfach der Traviageweihten führte. Und siehe da: dieses war reichlich gefüllt mit den Spendengeldern der letzten Jahre: Wohl an die 1000 Dukaten lachten aus der Kiste hervor zusammen mit einem Gewinnerrubellos der Chorhoper Rubelloslotterie. Leider wollte der engstirnige Bankangestellte diese Beweismittel jedoch nicht herausrücken und nach einem letzten sehnsuchtsvollen Blick auf die Edelsteine, verschwanden diese wieder in ihrem dunklen Gefängnis und wir Liebenden wurden brutal voneinander getrennt. Noch einmal wurde die Blockwärterin befragt, und endlich erinnerte sich die zahnlose Vettel an einen buckligen Mann, der in der Mordnacht an dem Haus herumgelungert hatte. Und dieser war am nächsten Tag anscheinend in das Haus eingebrochen und hatte dort etwas gesucht. Der Stein kam endlich ins Rollen, denn der Hospizgeneral teilte uns nun mit, dass Freund Buckel angeblich der Vater der Geweihten sei und nach den Hinterlassenschaften seiner „Tochter“ gefragt hatte. Yuan zeigte sich von seiner weichsten Seite und ließ sofort in der Stadt herumfragen, ob ein Horasier (denn aus diesem unzivilisierten Landstrich stammten die Geweihte) sich in einer der Schenken eingemietet hatte. Auch nach mehrmaligem Erklären der Situation wollte er erst nicht einsehen, dass es sich bei diesem Unbekannten NICHT um den Vater handelte, sondern wohl eher um den Mörder, einen dahergelaufenen Spitzbuben, der irgendwie von den 1000 Dukaten erfahren hatte und sich diese nun unter den eingewachsenen Nagel reissen wollte. Ein genialer Plan wurde ersonnen, bei dem sämtliche Wächter verkünden sollten, man habe eine weitere Wohnung der Getöteten gefunden. Dort legte sich das Einsatzkommando auf die Lauer, in der Hoffnung, dass Buckelpeter dort nach Los und Geld suchen würde. Eine langweilige Nacht später traf am nächsten Morgen die Nachricht ein, dass sich wohl jemand im Hospiz am Lagerraum zu schaffen gemacht hatte! Der Mörder war wohl dort tätig geworden, während wir uns in dem leerstehenden Haus herumgelangweilt hatten. Für den nächsten Tag wurde eine Wache im Hospiz abgestellt und aus nun nicht mehr so wirklich nachvollziehbaren Gründen kampierten die Helden erneut in der Wohnung (vielleicht lag es an der schönen Aussicht auf einen Misthaufen? Oder dem angenehm splitterigen Fußboden, auf dem wir übernachten mussten? Eventuell war es auch der ohrenbetäubende Krach den die benachbarten Kinder bis in die Puppen machten oder eine Kombination aus allem, die uns diese Unterkunft so ans Herz wachsen ließ.). Ein weiterer Bote berichtete nach der erneut lahmarschigen Nacht, dass der Wächter niedergeschlagen worden war. Wieder hatte Buckelmann zugeschlagen, aber wohl immer noch nicht gefunden, was er gesucht hatte. Wie auch, besaßen wir doch den Schlüssel zum Bankfach! Nach diesem erneuten Wink mit dem Zaunpfahl wurde noch einmal sämtliches Personal und die Einwohner des Hospizes ausgequetscht und nach langen Verhörrunden fiel den Leuten dann doch tatsächlich ein, dass ein buckliger Mann mittleren Alters sich in der Tat regelmäßig hier herumtrieb und zwar in Gestalt des Losverkäufers der Chorhoper Rubelloslotterie. Mit eiserner Miene verzichtete die Gruppe darauf, hier und sofort ein Exempel zu statuieren und sämtliche Anwesende aufgrund von gesetzeswidriger Dummheit schulterhoch in Schweinedung zu stecken sondern investigierte lieber im Phextempel, dem Heim der Chorhoper Rubelloslotterie. Bald schon kam ein buckliges Männchen hereingebuckelt, wurde von Nostromo und Tjalf unter den Armen gepackt und ehe es noch „Garantierter Gewinn“ sagen konnte, in eine Zelle geschafft. Yuan schwätzte in Rekordzeit ein Geständnis aus dem Mann heraus und der Fall war abgeschlossen.

Anscheinend hatte die gute Traviageweihte das Los von einem ihrer Schützlinge an sich genommen und, da die demente Frau sich nicht wehren konnte, das Geld eingestrichen. Der Losverkäufer hatte das Abholen des Gewinns mitbekommen und sie dann daheim aufgesucht. Eifrig bemüht, das Versteck des Schatzes durch munteres Würgen aus ihr herauszubekommen, hatte er ihr blaues Anlaufen und die rollenden Augen als eine Art Richtungsangabe interpretiert. Erst bei „und dann 100 Meter reeeeeeeeeeeeeeee…“ hatte er kapiert, dass „Aufhören zu Atmen und ruhig daliegen“ nicht bedeutete, nach rechts zu gehen, doch da war es schon zu spät: die Gute hatte den Löffel abgegeben. Bevor er jedoch das Haus durchsuchen konnte, war der Morgen herangebrochen und er hatte fliehen müssen.
Zufrieden klatschte der Schutzprätor in seine Hände und meldete dem Kadi die erfolgreiche Verhaftung. Dieser setzte auch umgehend einen Termin für die Gerichtsverhandlung irgendwann in den nächsten Monaten an.

Währenddessen näherten sich zwei Novadis Tjalf, der vor der Wache herumlungerte. Anscheinend waren sie nicht so begeistert von Yuans Nachfragen bezüglich des Mordes an dem Schreiner im Novadiviertel und versprachen dem Thorwaler nun einen Haufen Dukaten, wenn dieser dafür sorgen würde, dass Yuan sein Amt als Schutzprätor nicht mehr würde ausführen können. Der ehrliche Thorwaler verweigerte jedoch die Annahme des Geldes und wurde sogar ausnahmsweise ein wenig wütend über diesen Bestechungsversuch. Nachdem sich die beiden mit ominösen Prophezeiungen und bösen Blicken getrollt hatten, ließ Tjalf seinen Ärger an den Wächtern aus. Insgesamt 6 der Wächter hatten sich nicht zum Appell eingefunden und landeten damit automatisch auf dem Schleudersitz. Von den restlichen wurden dann direkt ein angetrunkener Mittelreicher frech und kam damit, vollkommen überraschend, bei Tjalf nicht sonderlich gut an. Ruckzuck flogen die Fäuste, doch war es Glück oder Können? Jedenfalls musste Tjalf einige böse Treffer einstecken und blutete bereits aus mehreren Kratzern im edlen Antlitz. Während sein Gesicht rot und röter wurde, fixierte er schließlich das Kinn seines Gegners, ließ einmal die mächtige Rechte kreisen und schickte den impertinenten Aufrührer dann mit einem Hieb ins Reich der Träume. Dampf quoll aus seinen Ohren, als er sich zu den restlichen Wächtern umwendete. „Hat noch jemand etwas Schlaues zu sagen? Hä? Nein? Hatte ich mir gedacht. 30 Minuten Strafexerzieren im Innenhof, aber zackzack!“. Nummer 7 auf der Entlassungsliste stand daraufhin auch fest („Alrik beherrscht den Zahlenraum von 1 bis 10 beinahe fließend und schafft die 100 Meter in kaum über 1 Minute“) und nach dem Exerzieren wurden die 3 langsamsten Krücken ebenfalls schwungvoll vor die Tür gesetzt. Der Haushalt war somit ausgeglichen! Leider würde die angespannte Personallage dazu führen, dass das Viertel der Zahlmeisterin, die uns die Mittel um 20 % gekürzt hatte, nur noch sehr spärlich von der Wache würde frequentiert werden können… Aber irgendwelche Opfer müssen nun einmal gebracht werden.

Während sich die Gruppe also schon auf das dumme Gesicht der Frau freute, tauchte noch ein dicker Moha auf der Wache auf und drückte dem Schutzprätor einen Sack Dukaten in die Hand, wenn dieser versprach, die Horak Prakaka Plantage und die dazugehörigen Werkstätten nicht aufzusuchen bzw. bei dem fälligen Steuerbesuch nicht zu sehr unter die Lupe zu nehmen. Natürlich willigte der integre Yuan ein und der Beutel verschwand in der nimmersatten Schifskasse.

Pro:
– Das Budget ist ausgeglichen
– Verschiedene Leute machen uns darauf aufmerksam, dass wir wegschauen sollen und geben uns dafür Geld. Ohne ihre freundliche Mithilfe wären wir nie darauf gekommen, dass dort etwas zu holen wäre
– Der Mörder ist gefasst
– Wir wissen, wo 1000 Dukaten liegen

Contra:
– Bei 20 Dukaten Überschuss im Monat kommen wir in dem Jahr nicht einmal auf die 1000 Dukaten Lospreis, geschweige denn die zighundert Dukaten, um Myrmidion freizukaufen
– Der Bankangestellte will die 1000 Dukaten aus dem Bankfach der Geweihten nicht rausrücken. Hier gilt es wohl, eine falsche Schnottenbremse zu kaufen und sich als Bruder der Verstorbenen auszugeben